Der Masthuhn-Report 2026 der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt gibt einen Überblick über die Tierschutzstandards für Masthühner. Er betrachtet Fortschritte von Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dem Contract Catering, der Lebensmittelherstellung, der Systemgastronomie und der Fleischproduktion. Für die insgesamt 64 Unternehmens-Scores von 0 bis 100 Prozent berücksichtigte die Stiftung öffentliche Zusagen zur Umsetzung der EMI-Kriterien, Roadmaps, Fortschrittsberichte und die dokumentierte Umsetzung.
Die EMI sieht unter anderem eine geringere Besatzdichte von höchstens 30 Kilogramm Lebendgewicht je Quadratmeter Stallfläche vor. Nach deutschem Recht sind unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 39 Kilogramm je Quadratmeter zulässig. Außerdem sollen schnell wachsende Masthühner nicht mehr eingesetzt sowie Stallumgebung und Luftqualität verbessert werden. Ein weiteres Kriterium ist eine tiergerechtere Schlachtung.
Handel bleibt unter 60 Prozent
14 der 17 bewerteten Supermärkte und Discounter haben eine Zusage zur Umsetzung der EMI-Kriterien abgegeben. Dennoch erreichen alle bewerteten Händler im Report 2026 weniger als 60 Prozent des Gesamtscores. Bei den Discountern führt Aldi Süd mit 54 Prozent – zugleich das beste Ergebnis im gesamten Handel. Unter den Supermärkten liegt Globus mit 48 Prozent vorn.
Die erstmals bewerteten Unternehmen Wasgau und Hit erreichen 40 beziehungsweise 38 Prozent. Rewe und Penny kommen auf jeweils 42 Prozent, gehören laut Stiftung bei der konkreten Umsetzung jedoch zur Spitze. Edeka erhält mit 26 Prozent erstmals Punkte, legt bislang aber weder einen Plan noch einen Fortschrittsbericht vor. Beim Discounter Netto der Salling-Group, bei K+K Klaas & Kock und bei Famila Nordost/Bartels-Langness, die jeweils 0 Prozent erreichen, wartet die Stiftung weiterhin auf eine Zusage.
Dr. Oetker führt bei den Lebensmittelherstellern
Von den neun bewerteten Lebensmittelherstellern haben fünf eine Zusage abgegeben. Dr. Oetker führt mit 88 Prozent zum zweiten Mal in Folge. Frosta erreicht mit 64 Prozent den zweiten Platz und legt erstmals einen vollständigen Umsetzungsplan mit Jahreszielen bis 2030 vor.
Bofrost kommt auf 40 Prozent und verfügt über eine Zusage sowie eine Roadmap, berichtet der Stiftung zufolge jedoch nur unvollständig über Fortschritte. Apetito erreicht 26 Prozent; dem Unternehmen fehlen ein Plan und ein vollständiger Fortschrittsbericht. Nomad Foods/Iglo kommt auf 24 Prozent. Laut Stiftung hat das Unternehmen die Umsetzungsfrist aus seiner Zusage gestrichen, berichtet nur unvollständig und legt keine Roadmap vor.
Mit jeweils 0 Prozent folgen Nestlé und Rügenwalder Mühle, die ihre Zusagen zurückgezogen haben, sowie Eismann und OSCI Food Solutions, die bislang keine Zusage vorgelegt haben.