Getränkebranche Hersteller produzieren weniger zuckerhaltige Getränke

Neue Daten des Statistischen Bundesamtes geben der Debatte um die geplante Zuckersteuer neues Futter: Die Produktion zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke ist im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 7,42 Milliarden Liter gesunken. Gleichzeitig stieg die Herstellung von zuckerreduzierten Light-Getränken um 5,1 Prozent. 

Dienstag, 03. November 2026, 11:39 Uhr
Manuel Glasfort
Cola und andere zuckerhaltige Softdrinks sollen nach dem Willen der Bundesregierung mit einer zusätzlichen Steuer belegt werden. Bildquelle: Adobe Stock

Die Getränkeindustrie in Deutschland hat im Jahr 2025 deutlich weniger zuckerhaltige Erfrischungsgetränke produziert als im Vorjahr. Die Hersteller stellten 7,42 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke her, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das waren 4,1 Prozent weniger als 2024 mit knapp 7,74 Milliarden Litern. Umgerechnet auf die Bevölkerung entsprach die Produktionsmenge rund 89 Litern pro Kopf, nach knapp 93 Litern im Jahr zuvor.

Gleichzeitig stieg die Produktion von kalorienreduzierten Light-Erfrischungsgetränken. Die Hersteller produzierten 2025 insgesamt 1,61 Milliarden Liter brennwertverminderte Cola und Limonaden, das waren 5,1 Prozent mehr als 2024 mit 1,53 Milliarden Litern. Pro Kopf wurden gut 19 Liter Light-Getränke hergestellt, nach gut 18 Litern im Vorjahr. Das Produktionsvolumen zuckerhaltiger Getränke übersteigt das von Light-Produkten allerdings weiterhin deutlich.

zuckerhaltig

Die Produktion von Mineralwasser lag über der von zuckerhaltigen und Light-Erfrischungsgetränken. Die Hersteller produzierten 2025 knapp 13,07 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- und Heilwasser, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber 2024 mit 12,72 Milliarden Litern. Die Produktionsmenge pro Kopf lag bei knapp 157 Litern Wasser, nach gut 152 Litern im Vorjahr.

Bundesregierung plant Zuckersteuer

Die schwarz-rote Bundesregierung plant die Einführung einer Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke. Die Hersteller laufen Sturm gegen die Pläne. Viele Staaten erheben bereits eine entsprechende Abgabe, um den Zuckerkonsum zu reduzieren. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es 2024 in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, darunter Frankreich, Polen, das Vereinigte Königreich, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.

Hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation lebten 2024 in Deutschland knapp ein Viertel der Erwachsenen und 9,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen von fünf bis 19 Jahren mit Adipositas. Der Anteil übergewichtiger Menschen an der erwachsenen Bevölkerung lag 2024 bei 60,6 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen waren ein Viertel übergewichtig. Deutschland liegt damit über dem globalen Durchschnitt.

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