Nach Kriegsspende Metro geht auf Distanz zu russischer Tochter

Moskau stellte das Russland-Geschäft von Metro unter Zwangsverwaltung. Dann wird eine millionenschwere Überweisung an eine Organisation zur Unterstützung des Kriegs gegen die Ukraine bekannt. Der Lebensmittelgroßhändler distanziert sich von seiner russischen Tochter. 

Dienstag, 27. Oktober 2026, 09:46 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Distanz zur Tochter: Die Metro will mit der Millionenspende seines russischen Ablegers für den russischen Kriegsapparat nichts zu tun haben. Bildquelle: Getty Images

Nach einer Millionenspende seiner unter Zwangsverwaltung gestellten Tochter in Russland an eine Organisation zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Metro von seiner Tochter in Russland distanziert. Kremlchef Wladimir Putin hatte das Russland-Geschäft des Lebensmittelgroßhändlers Ende September per Dekret unter Zwangsverwaltung nehmen lassen. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorübergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Bei Torg RUS handelt es sich laut Metro AG um ein Unternehmen des ehemaligen Vorstandschefs von Metro Russland, Johannes Tholey.

Es sei wichtig, klarzustellen, dass Tholey nicht mehr für die Metro AG tätig sei. Die AG betonte, dass sie keine operative Kontrolle mehr über ihre russische Tochtergesellschaft und keinen Einfluss auf deren operative Entscheidungen habe, auch wenn das Eigentum an Metro Russland formal weiterhin bei der Metro AG liege.

Mehr als elf Millionen Euro gespendet

Auf der russischen Metro-Website wurde eine Überweisung in Höhe von einer Milliarde Rubel (mehr als elf Millionen Euro) an den Fonds „Volksfront. Alles für den Sieg“ bekannt gegeben. Die Mittel fließen demnach in den Kauf von Technik, die das Militär an der Front braucht. Zitiert wird in der Mitteilung auch Tholey: „Als Teil des russischen Wirtschaftssystems halten wir es für wichtig, uns an strategischen Initiativen des Staats zu beteiligen.“ Bei dem genannten Fonds handelt es sich um eine Spendenaktion einer vor Jahren von Putin ins Leben gerufenen Organisation.

In Russland wurden zuletzt mehrere europäische Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt, darunter der Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan. 

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