Der EU-Rat hat endgültig neue Zollregeln für kleine Paketsendungen aus Drittstaaten beschlossen. Sendungen mit einem Wert von unter 150 Euro bleiben ab Juli 2026 nicht mehr zollfrei. Die Maßnahme richtet sich letztlich gegen die Paket-Schwemme aus China, von Plattformen wie Temu oder Shein.
Maßnahme Teil der EU-Zollreform
Zunächst soll ein pauschaler Zollsatz von 3 Euro für Waren in solchen Kleinsendungen gelten. Ab dem 1. Juli 2026 will die EU den Zollsatz dann je nach Warenkategorie erheben. Die Regelung betrifft vor allem Waren, die über den Onlinehandel aus Drittstaaten in die EU gelangen. Langfristig sollen für alle importierten Waren reguläre Zölle anfallen. Als Zeitraum wird 2028 genannt.
Der TÜV-Verband begrüßte den Beschluss grundsätzlich. „Für uns geht es hierbei um mehr als eine technische Zollfrage, sondern um Produktsicherheit im Alltag“, sagte der Referent für Produktsicherheit, Daniel Pflumm. Das Geschäftsmodell vieler Onlineanbieter basiere darauf, Produkte als millionenfache Einzelsendungen direkt an Verbraucher in der EU zu verschicken. In diesen Warenströmen fänden sich leider auch viel zu viele nicht EU-konforme und damit potenziell unsichere Produkte, so Pflumm.
TÜV-Verband: Grundproblem bleibt bestehen
Gerade bei sensiblen Warengruppen wie Spielzeug könne das konkret bedeuten: „Was billig im Warenkorb landet, ist im Zweifel nicht sicher im Kinderzimmer“, warnte Pflumm. Der neue Zollsatz könne die Kleinsendungsflut zumindest etwas bremsen und damit auch das Risiko senken, dass Problemware massenhaft und schnell in Umlauf komme.
Das Grundproblem bleibe jedoch bestehen, erklärte der TÜV-Verband. Zu viele Produkte würden weiterhin über Online-Marktplätze in Verkehr gebracht, ohne dass ihre Konformität mit EU-Anforderungen verlässlich abgesichert sei.
Der Verband fordert deshalb klare Verantwortung entlang der Lieferkette und vor allem präventive Mechanismen, damit nur sichere, EU-konforme Produkte in den Binnenmarkt gelangen. Dazu gehörten robuste, überprüfbare Nachweise und, wo es sinnvoll sei, unabhängige Drittprüfungen, bevor Produkte verkauft und versendet werden.

