Ein Gericht im österreichischen Innsbruck hat den Signa-Gründer René Benko wegen schweren Betrugs verurteilt. Das Landesgericht sah es als erwiesen an, dass der 49-Jährige einen Investor um fünf Millionen Euro geschädigt hat, wie eine Sprecherin des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Benko erhielt eine Zusatzstrafe von zwei Jahren. Damit verlängert sich eine bereits bestehende Haftstrafe von zweieinhalb Jahren, die das Landesgericht Innsbruck im September in einem früheren Verfahren wegen Gläubigerschädigung verhängt hatte. In jenem Prozess ging es um einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck, den Benko geleistet hatte, obwohl sein Firmenimperium bereits vor dem Zusammenbruch stand.
Im aktuellen Verfahren ging es um die Frage, ob Benko die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner betrogen hat. Das Gericht folgte der Darstellung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft: Demnach brauchte Benko Anfang November 2023 dringend Geld für die Sporthandelstochter Sportscheck und gab Haselsteiners Stiftung eine Garantieerklärung, um die Millionensumme zu erhalten. Diese Garantie sei kurz vor der Signa-Insolvenz abgegeben worden und habe laut Anklage rein der Täuschung gedient. Benko habe nie ernsthaft vorgehabt, das Geld zurückzuzahlen. Haselsteiner betonte als Zeuge, er hätte die fünf Millionen Euro ohne die persönliche Zusage Benkos nicht zur Verfügung gestellt. Benko selbst wies die Vorwürfe zurück. In einem zweiten Anklagepunkt sprach das Gericht den Signa-Gründer frei: Es sah es nicht als erwiesen an, dass er ein Luxus-Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro vor Gläubigern verborgen habe.
Benko bleibt in Untersuchungshaft mit Fußfessel
Benko bleibt nach dem Urteil weiterhin in Untersuchungshaft, die er seit Mitte Oktober mit einer Fußfessel in einer Privatwohnung verbringen darf. Weitere Ermittlungen gegen ihn rund um den Zusammenbruch der Signa-Gruppe laufen in Österreich und anderen Ländern, darunter auch in Deutschland.
Benko hatte den Signa-Konzern über rund zwei Jahrzehnte zu einer bekannten Marke für Immobilien in exklusiven Innenstadtlagen aufgebaut. Der Einstieg in den stationären Handel bei den deutschen Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt, steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben das Unternehmen schließlich in die Insolvenz.