„Es gibt Anzeichen dafür, dass Weihnachten der Krise trotzen kann.“ Das sagte HDE-Präsident Alexander von Preen auf einer Pressekonferenz des Verbandes, deren Schwerpunkt das erwartete Weihnachtsgeschäft war. Der HDE rechnet für diesen November und Dezember mit einem nominalen Umsatzplus von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzen die Handelsunternehmen in den letzten beiden Monaten des Jahres voraussichtlich insgesamt 129,2 Milliarden Euro um; 2025 waren es 126,7 Milliarden Euro.
Der Onlinehandel ist der HDE-Prognose nach dabei zum Jahresschluss der Wachstumstreiber. Er wird seine Weihnachtsumsätze um nominal 4,1 Prozent im Vergleich zu 2025 steigern; hier liegt der Umsatz dann bei 23,1 Milliarden Euro.
Für das Jahr 2026 erwartet der HDE einen Umsatz des gesamten Einzelhandels von 697,4 Milliarden Euro. 2025 waren es 683,7 Milliarden Euro. Der stationäre Handel wird der HDE-Prognose zufolge 2026 auf 601,1 Milliarden Euro kommen.
Während des HDE-Termins wurden ebenfalls die Ergebnisse einer repräsentativen, vom HDE beauftragten Verbraucherumfrage des Handelsblatt Research Institutes unter 2.000 Personen vorgelegt. Die belegen, dass die Kunden 2026 ihre Ausgaben für Geschenke auf Vorjahresniveau halten wollen. Bei den Geschenkeinkäufen gibt jeder Verbraucher im Durchschnitt zu Weihnachten 2026 voraussichtlich 262 Euro aus. Dieser Wert bleibt im Vergleich zu 2025 damit stabil – damals waren es 263 Euro. Mehr als die Hälfte der Menschen gibt gleich viel wie im Vorjahr für die Weihnachtsgeschenke aus. Jeder zehnte plant mit höheren Ausgaben. Jeder vierte (24 Prozent) will seine Ausgaben reduzieren. 28 Prozent investieren weniger als 100 Euro.
Geschenkgutscheine sind Renner im Weihnachtsgeschäft
74 Prozent der Befragten kaufen ihre Geschenke größtenteils im November und Dezember. 31 Prozent konzentrieren sich auf den Monat November und 29 Prozent auf Anfang Dezember. Als Renner im Weihnachtsgeschäft gelten Geschenkgutscheine (30 Prozent), Spielwaren (27 Prozent), Bücher und Schreibwaren (25 Prozent), Kosmetik und Körperpflege (23 Prozent) sowie Bekleidung und Schuhe (20 Prozent).
Der HDE ließ nicht nur Konsumenten befragen, sondern ebenfalls 300 Handelsunternehmen. Nach Einschätzung von Alexander von Preen ergibt sich daraus eine „gewisse Zuversicht“. Denn 29 Prozent der Händler gehen davon aus, dass sich die Kunden auch in schwierigeren Zeiten nicht die Freude am Weihnachtseinkauf nehmen lassen. Und immerhin beinahe ein Viertel ist sich sicher, dass der Kauf von Geschenken nicht unter der schlechten Stimmung leiden wird. Allerdings überwiegt insgesamt dann doch oft der negative Blick: Der Nicht-Lebensmittelhandel sieht sich zu 56 Prozent vor einem schlechteren oder deutlich schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr.
Genth: Kein selbsttragendes Wachstum
Der Handel kämpft mit sehr schwierigen Rahmenbedingungen, wie HDE-Präsident Alexander von Preen und HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth klar machten. Genth betonte, dass das leicht erhöhte Wirtschaftswachstum in Deutschland ein „Konjunktur-Strohfeuer durch staatliche Sonderprogramme“ sei. Es handele sich um kein „selbsttragendes Wachstum“. Erfreulich sei hingegen: Der Arbeitsmarkt sei „noch stabil“ und der Handel dämpfe Inflationsrisiken.
Als große Risiken für Handel und wirtschaftliche Entwicklung benannte HDE-Präsident von Preen unter anderem geopolitische Konflikte, Überregulierung und anhaltend hohe Bürokratie sowie den Wettbewerb um Rohstoffe. An die deutsche Politik richtete Alexander von Preen drei konkrete Forderungen: Die Stromsteuer müsse für alle sinken, der Wettbewerb mit Temu und Shein fairer werden. Und: „Die Innenstädte müssen als sichere Handelsstandorte bewahrt werden.“ Ein dringender Wunsch des HDE-Präsidenten: „Politik und Handel müssen wieder auf eine Vertrauensbasis kommen.“