Mehr als vier von zehn Menschen in Deutschland greifen laut einer Umfrage auf ihre Ersparnisse zurück, um alltägliche Ausgaben zu bestreiten. Das geht aus einer Yougov-Befragung im Auftrag der Postbank hervor, für die im Oktober 2.117 Personen befragt wurden. Demnach gaben 42,6 Prozent an, Rücklagen für ihre Lebenshaltungskosten zu nutzen. 13,8 Prozent der Befragten verfügen nach eigenen Angaben über keinerlei Ersparnisse.
Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem Einkommen. Nur gut ein Fünftel der Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von höchstens 2.500 Euro kann die laufenden Kosten den Angaben zufolge aus dem Einkommen decken. Hohe Energiepreise belasten die Verbraucher seit Monaten. Zugleich stieg der Anteil derjenigen, die ihre Lebenshaltungskosten kaum noch bezahlen können, von 12,8 Prozent im März auf zuletzt 15,2 Prozent.
„Obwohl die Reallöhne zuletzt wieder gestiegen sind und sich die Kaufkraft der Beschäftigten im Durchschnitt erholt hat, bedeutet das nicht, dass sich die finanzielle Lage für alle Haushalte gleichermaßen entspannt hat“, erklärte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, laut der Mitteilung. Stephan betonte zudem: „Die Menschen haben das Sparen nicht aufgegeben – aber für viele wird es schwieriger, substanzielle Rücklagen aufzubauen.“
Rund zwei Drittel der Befragten (66,8 Prozent) haben der Umfrage zufolge das Gefühl, nicht ausreichend Rücklagen bilden zu können. Nur 28 Prozent halten ihre Sparleistung für ausreichend, um auch unvorhersehbare Ausgaben bewältigen zu können. Wer sparen kann, legt das Geld vor allem für die Altersvorsorge zurück oder baut sich ein finanzielles Polster für Krisenzeiten auf.