Grippewelle Krankenkasse rät Verkaufspersonal dringend zur Impfung

Die Grippesaison hat begonnen. Gerade für Verkäufer und andere Berufstätige mit Kontakt zu vielen Menschen steigt nun einmal mehr das Risiko, sich mit Influenza-Viren anzustecken. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse rät deshalb so bald wie möglich zu einer Schutzimpfung.

Mittwoch, 28. Oktober 2026, 10:32 Uhr - Strategien
Thomas Klaus
Die Erkältungs- und Grippesaison hat begonnen. Bildquelle: Getty Images

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse rät zu einer Grippe-Schutzimpfung. Wie wichtig das ist, zeigen Daten zu Arbeitsausfällen: Demnach verzeichnete die KKH im vergangenen Jahr so viele Krankschreibungen (13 Fälle pro 1.000 Mitglieder) und Fehltage (93 Tage pro 1.000 Mitglieder) aufgrund von Grippeerkrankungen wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit. Dies entspricht jeweils den Spitzenwerten seit Beginn der Erhebung 2019 und einer Steigerung von gut 73 beziehungsweise gut 52 Prozent. Seinerzeit waren es noch sieben Fälle und 61 Fehltage pro 1.000 Mitglieder.

Die KKH empfiehlt in der Regel eine Impfung im Oktober oder November, da es anschließend bis zu zwei Wochen dauern kann, bis sich ausreichend Antikörper gebildet haben. Doch auch später kann die Impfung noch schützen. Denn zu einer richtigen Krankheitswelle kommt es meist erst um den Jahreswechsel herum. Darüber hinaus ist schwer abzuschätzen, wie lange eine Grippewelle dauert oder ob noch eine weitere folgt.

Insgesamt registrierte die KKH im vergangenen Jahr bundesweit rund 8.100 Influenza-Krankschreibungen mit rund 58.100 Fehltagen unter ihren berufstätigen Mitgliedern. Besonders betroffen waren laut Analyse Arbeitnehmer in der öffentlichen Verwaltung, in der Alten- und Krankenpflege, der Kinderbetreuung, der Lagerwirtschaft und im Verkauf. „Deshalb raten wir insbesondere Beschäftigten mit vielen persönlichen Begegnungen oder engem Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen zu einer Grippeschutzimpfung“, betont KKH-Ärztin Nele Tempelhof. Gleiches gilt für Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, Personen über 60 Jahre, Schwangere und chronisch Kranke – etwa mit Diabetes, Asthma, Herzleiden oder Immunschwäche.

Schutzimpfung sinkt Risiko für Herzinfarkte

Tempelhof erläutert: „Was viele nicht wissen: Eine Impfung kann nicht nur vor einer schweren Grippe-Erkrankung schützen. Sie kann auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken, gerade bei Menschen, die bereits vorbelastet sind. Das ist wissenschaftlich inzwischen gut belegt.“ Denn: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems seien trotz erheblicher Fortschritte in Diagnostik und Therapie nach wie vor die Todesursache Nummer eins. Deren klassische Prävention ziele vor allem darauf ab, Risikofaktoren zu reduzieren und richtig einzustellen. Sie stützt sich dabei laut der Ärztin auf folgende drei Säulen: Blutdrucksenkung, Lipidkontrolle und Diabetesmanagement.

„Als vierte Säule der Prävention kommt die Grippeschutzimpfung als Herzinfarkt-Vorsorge ins Spiel“, sagt die KKH-Ärztin. Der Hintergrund: Bei einer Grippeinfektion löst das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus, die nicht nur die Atemwege, sondern auch Herz und Blutgefäße belasten. Dabei können sich Ablagerungen an Gefäßen lösen oder Blutgerinnsel bilden – typische Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Eine Impfung schützt also zweifach: Zum einen kann sie derartige Entzündungsreaktionen abschwächen, zum anderen eine Grippe-Infektion verhindern oder deren Verlauf günstig beeinflussen“, führt Nele Tempelhof aus.

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