Leser fragen... Vorschubsysteme richtig einsetzen – Tiefkühlregale effizient führen

Hintergrund

… und Experten antworten. In dieser Ausgabe erklärt Enrico Spranger, worauf es bei Auswahl und Einsatz von Vorschubsystemen in Tiefkühlregalen ankommt.

Mittwoch, 28. Oktober 2026, 07:40 Uhr - Strategien
Hedda Thielking
Enrico Spranger ist Einzelhandelskaufmann und seit 2005 bei Konsum Dresden an Bord. Seit 2022 ist er dort für das Category Management verantwortlich. Bildquelle: Ingo Hilger

Geeignete Möbel

Vorschubsysteme eignen sich besonders für Tiefkühlmöbel mit Regalböden und einer Frontbegrenzung. Klare Warenbahnen sorgen für eine ordentliche Front und bringen die Artikel automatisch nach vorn. Besonders sinnvoll sind Vorschübe für regelmäßig verkaufte Produkte und Verpackungen, die leicht umfallen oder sich quer legen. Weniger geeignet sind große Tiefkühltruhen mit Schüttgut und stark unterschiedlichen Packungsgrößen. Auch bei Pizza können sie bei einheitlichen Formaten sinnvoll sein. Ein gezielter Einsatz ist daher empfehlenswert.

Am besten funktionieren Packungen mit stabiler Auflagefläche und ähnlichen Maßen. Auch weiche, schmale, hohe oder flache Verpackungen profitieren von einer Führung. Wichtig: Die Federstärke muss zum Gewicht der Ware passen. Zudem braucht das System Platz. Je nach Kon­struktion kann ein Artikel weniger auf den Fachboden oder ein vollständiger Karton nicht mehr in die Tiefe passen.

Flexibilität und Bedienung

Der Vorschub arbeitet am zuverlässigsten, wenn Kunden die Ware vorn entnehmen und die übrigen Packungen selbstständig nachrücken. Quer oder falsch eingelegte Artikel können den Mechanismus blockieren. Ist der Kanal zu eng oder der Fach­boden­abstand zu gering, leiden Entnahme und Rückfüllung. Das System muss die Waren sicher führen, darf sie aber nicht einklemmen.

Für Tiefkühlregale bieten sich verstellbare und modulare Systeme an. Werkzeuglose Anpassungen, variable Kanalbreiten und austauschbare Elemente erleichtern Sortimentswechsel. Lösungen für nur ein Verpackungsformat sind hingegen weniger flexibel. Auch die Nachrüstbarkeit zählt: Händler sollten klären, wie schnell sie das System anpassen können, welches Werkzeug nötig ist, wer die Umrüstung übernimmt und wie lange Ersatzteile verfügbar bleiben. Denn Tiefkühlmöbel sind über Jahre im Einsatz, während sich Sortimente deutlich schneller verändern.

Abverkauf und Pflege

Vorschübe steigern den Abverkauf nicht automatisch, verbessern aber die Voraussetzungen: Die Ware steht vorn, das Fach wirkt voll. Damit das so bleibt, müssen Mitarbeiter das System korrekt bestücken, Überfüllung vermeiden und passende Packungen je Kanal wählen. Schräg eingesetzte Ware und Blockaden sollten sie sofort korrigieren. Wer konsequent nachfüllt, unterstützt das FiFo-Prinzip.

Im Tiefkühlbereich können Eis, Feuchtigkeit und Kunststoffabrieb die Mechanik ausbremsen. Vorschübe sollten daher frost­beständig, leicht herausnehmbar und einfach zu reinigen sein. Wenige bewegliche Teile erleichtern die Pflege. Mitarbeiter sollten zudem auf unnötige Hohlräume achten. Hersteller sollten nachweisen ­können, dass Federn, Rollen und Kunststoffteile bei Minusgraden zuverlässig funktionieren.

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