Kaufland besetzt zum 1. November 2026 die seit Januar vakante Position des Vorstands Länder mit Bojan Luncer. In dieser Funktion verantwortet er die sieben ausländischen Landesgesellschaften des Unternehmens in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei, Bulgarien, Kroatien und der Republik Moldau. Dies teilte Kaufland mit.
Das Deutschlandgeschäft bleibt von der Neubesetzung unberührt. Ivan Chernev, Vorsitzender der Geschäftsleitung Deutschland, berichtet weiterhin direkt an den Vorstandsvorsitzenden Frank Schumann.
Es ist nur die jüngste Personalie bei Kaufland. Erst vor wenigen Monaten hatte sich die Schwarz-Tochter von International-Chefeinkäufer Jörg Ossenberg-Engels getrennt. Der Chef des Deutschlandgeschäfts Stefan Hoppe musste nach nur etwa einem Jahr seinen Hut nehmen und seinen Platz für Chernev räumen, der zuletzt das Geschäft in Bulgarien leitete. Branchenkenner sehen Kaufland in Deutschland vor einer ungewissen Zukunft.
Luncer war den Angaben zufolge von 2020 bis 2024 Vorstandschef von Real und verantwortete dort die Transformation und Restrukturierung des Unternehmens. In dieser Zeit begleitete er die Integration zahlreicher Real-Standorte in das Kaufland-Netz, wie das Unternehmen mitteilte. Nach seinem Weggang von Real war er für den chinesischen Händler Wumart tätig.
Seine Karriere begann Luncer 2002 beim Aufbau von Lidl Kroatien. 2006 verantwortete er als erster Vorsitzender der Geschäftsleitung den Markteintritt des Discounters in Kroatien. Von 2009 bis 2017 gehörte er zunächst der Internationalen Geschäftsleitung und ab 2013 dem Vorstand von Lidl an. In dieser Zeit betreute er die osteuropäischen Märkte und begleitete die Markteintritte in Bulgarien und Serbien.
„Bojan Luncer ist ein leidenschaftlicher Händler und profunder Kenner unserer Landesgesellschaften und deren Märkte“, zitierte Kaufland den Vorstandsvorsitzenden Frank Schumann in der Mitteilung. „Er weiß aus langjähriger Praxis genau, worauf es im operativen Geschäft ankommt und was unsere Kundinnen und Kunden erwarten.“
