Die Zahl der registrierten Ladendiebstähle in Baden-Württemberg sank im Jahr 2025 um 8,3 Prozent auf 40.212 Fälle. Dies geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die der Handelsverband Baden-Württemberg kommentiert. Der Gesamtschaden aller Diebstahlsdelikte belief sich laut Statistik auf 220 Millionen Euro.
Ladendiebstahl mit teils existenzbedrohenden Schäden
Der Handelsverband warnt jedoch davor, den Rückgang als Entwarnung zu verstehen. Die polizeiliche Statistik erfasse nur angezeigte und registrierte Straftaten, darüber hinaus gebe es eine Dunkelziffer, die nicht in der Statistik auftauche. Deshalb liege die tatsächliche Dimension deutlich höher. Laut einer Studie des EHI Retail Instituts entstand allein durch Ladendiebstahl in Baden-Württemberg bereits 2023 ein Schaden von rund 580 Millionen Euro. „Für die Händlerinnen und Händler ist Ladendiebstahl tagtäglich Realität – mit teils existenzbedrohenden Schäden.“ Das sagt Verbandspräsident Roland Fitterer. Er betreibt mehrere Edeka-Märkte.
Nach Angaben des Verbands werden viele Diebstähle nicht angezeigt oder erst später entdeckt, etwa beim Auffüllen von Regalen oder bei Inventuren. Der bürokratische Aufwand einer Anzeige sei erheblich, gleichzeitig seien die Einstellungsquoten hoch und die Konsequenzen für Täter häufig gering. Für viele Betriebe stehe der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag.
Handelsverband fordert KI-gestützte Videoüberwachung
Der Handel beobachtet den Angaben zufolge seit Jahren eine zunehmende Professionalität organisierter Tätergruppen, die gezielt Sicherheitslücken ausnutzen und hochwertige Waren entwenden. Der Handelsverband fordert von der künftigen Landesregierung in Baden-Württemberg ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Ladendiebstahl. Zentral sei die Forderung, dass der Einsatz KI-gestützter Videoüberwachung im Handel rechtssicher ermöglicht werde. „Wenn der Einsatz KI-gestützter Videoüberwachung im öffentlichen Raum politisch ermöglicht wird, dann müssen solche Instrumente erst recht auch den Händlerinnen und Händlern zur Verfügung stehen, die tagtäglich betroffen sind“, so Fitterer.
Darüber hinaus brauche es eine personelle und technische Stärkung von Polizei, Staatsanwaltschaften und kommunalen Präventionsstellen sowie ein landesweites Hotspot-Konzept zur Bekämpfung organisierter Strukturen. Das hebt der Verband hervor. Ebenso wichtig sei die konsequente Ausweitung beschleunigter Verfahren; das stelle eine schnelle und abschreckende Strafverfolgung sicher.