Der Schweizer Backwarenhersteller Aryzta schließt zwei Werke in Deutschland. Die Fabriken im fränkischen Gerolzhofen und im thüringischen Nordhausen werden geschlossen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Produktion wird am Standort Eisleben in Sachsen-Anhalt konzentriert. Die Maßnahme soll die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns in Deutschland verbessern und die Fertigung an die aktuelle und erwartete Nachfrage anpassen.
Aktuelle Beschäftigtenzahlen für die Standorte gab eine Sprecherin nicht an. Auf der Firmenhomepage ist von 200 Mitarbeitern in Nordhausen und 300 Mitarbeitern in Gerolzhofen die Rede. Wie viele Mitarbeiter Aryzta verlassen müssen und wie viele gegebenenfalls Jobangebote in Eisleben bekommen, teilte die Sprecherin nicht mit.
Die Werkschließungen verursachen einmalige Kosten zwischen 56 und 61 Millionen Euro. Diese setzen sich aus Barzahlungen und buchhalterischen Aufwendungen zusammen. Aryzta rechnet damit, dass sich die Barzahlungen in weniger als zwei Jahren amortisieren. Die Rückstellung für die Kosten wird im Geschäftsjahr 2026 verbucht. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt hauptsächlich in den Jahren 2026 und 2027.
Im Zuge der Umstrukturierung streicht Aryzta weniger profitable Produkte aus dem deutschen Sortiment. Das Unternehmen konzentriert sich künftig auf Artikel mit höheren Stückzahlen. Dies könnte während der Umsetzungsphase zu einem Umsatzrückgang von 35 bis 40 Millionen Euro in Deutschland führen. Das Unternehmen will eng mit Kunden zusammenarbeiten, um diese auf alternative Produkte umzustellen.
Aryzta erwartet höhere Gewinnmarge
Nach vollständiger Umsetzung erwartet Aryzta eine deutliche Verbesserung der Gewinnmarge in Deutschland. Die Maßnahmen sollen die Gewinnmarge des Gesamtkonzerns um 60 bis 80 Basispunkte steigern. Aryzta erkenne die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf die betroffenen Mitarbeiter an und werde den Umstrukturierungsprozess verantwortungsvoll und in Übereinstimmung mit allen Verpflichtungen handhaben, teilte das Unternehmen mit.
„Die Konsolidierung der Produktion in Eisleben und die Vereinfachung unseres Produktportfolios werden unsere deutschen Aktivitäten effizienter machen und die Rentabilität näher an das Niveau unserer anderen europäischen Bäckereibetriebe bringen“, zitierte das Unternehmen den Verwaltungsratspräsidenten und Interims-Chef Urs Jordi in der Mitteilung. Aryzta hatte die Überprüfung seiner deutschen Aktivitäten im August 2026 angekündigt.