Das Münchner Start-up Circular Grain bringt ab dem 1. November 2026 eine Milchalternative auf den Markt, die aus Biertreber hergestellt wird – also aus dem Getreide, das nach dem Brauprozess übrig bleibt. Das Produkt trägt den Markennamen Tremi und soll zunächst online sowie in ausgewählten Cafés, Sportstudios und Geschäften in München erhältlich sein, wie das Unternehmen mitteilte.
In deutschen Brauereien fallen nach Angaben von Circular Grain jährlich rund zwei Millionen Tonnen Biertreber an. Dieser protein- und ballaststoffreiche Reststoff dient bislang fast ausschließlich als Tierfutter oder als Rohstoff für Biogasanlagen. Circular Grain will ihn stattdessen für die menschliche Ernährung nutzen. Das Unternehmen hebt hervor, dass für die Herstellung kein zusätzliches Getreide angebaut werden müsse, da der Rohstoff ohnehin als Nebenprodukt anfalle. Damit unterscheide sich das Produkt von Hafer-, Soja- oder Mandeldrinks, deren Rohstoffe eigens angebaut und teilweise importiert würden. Ein Liter Tremi soll 2,49 Euro kosten. Den Angaben zufolge enthält das Getränk 50 Prozent mehr Protein und 95 Prozent weniger Zucker als herkömmliche Haferdrinks.
Die Idee für das Produkt entstand in einem Studentenprojekt an der Technischen Universität München. Die Gründerinnen Nathalie Stellwag, Marina Hijano Moreno und Denise Ilogu entwickelten daraus ein Geschäftsmodell. In den vergangenen zwei Jahren habe das Team nach eigenen Angaben mehr als 250 Rezepturvarianten getestet und Verkostungen mit über 1.500 Teilnehmern durchgeführt. Finanziert wurde die Entwicklung den Angaben zufolge aus Fördermitteln und Investitionen von Business Angels.
Circular Grain startet mit einer Sorte in München
„Es wird viel über Klimawandel und Nachhaltigkeit gesprochen, aber vergleichsweise wenig getan. Für mich war Circular Grain die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse in eine konkrete Lösung zu übersetzen und damit einen messbaren Beitrag zu leisten“, sagte Mitgründerin Marina Hijano Moreno laut Mitteilung.
Zum Start bietet Circular Grain die Sorte Original an. Weitere Varianten wie eine Barista-Version sollen folgen. Die Braugerste stamme von deutschen Brauereien, die Produktion finde vollständig in Deutschland statt, teilte das Unternehmen mit. Das Getränk sei laktose- und sojafrei, enthalte aber Gluten aus Gerste. Die Verfügbarkeit soll nach dem Start in München schrittweise ausgeweitet werden.