Der Absatz deutscher Weine in Schweden ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 10 Prozent gewachsen, der Umsatz sogar um 11 Prozent. Das teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) im Rahmen seines Forums mit. Der Zuwachs fiel laut der Mitteilung in einen um zwei Prozent schrumpfenden schwedischen Weinmarkt – deutsche Weine entwickelten sich damit gegen den allgemeinen Trend. Grundlage des Wachstums sei vor allem die starke Nachfrage nach deutschen Weißweinen gewesen, berichtete Jan Dworsky, Leiter des Stockholmer Büros von Wines of Germany.
Das jährliche Weinexportvolumen von rund 1,2 Millionen Hektolitern im Schnitt der letzten fünf Jahre entspricht dem DWI zufolge etwa 14 Prozent der durchschnittlichen Weinproduktion in Deutschland. Mit insgesamt 600.000 Hektolitern blieben die Ausfuhren deutscher Weine im ersten Halbjahr 2026 stabil.
DWI-Geschäftsführerin Melanie Broyé-Engelkes sieht das durchaus als Erfolg, weil weltweit fast überall weniger Wein getrunken werde. Als Grund für den stabilen Export sieht sie die steigende Nachfrage nach leichteren Weißweinen.
Vor allem in Skandinavien seien deutsche Weine gefragt. Insbesondere in Schweden habe der Import deutscher Weißweine gegen den Trend eines schrumpfenden Marktes zugelegt, berichtet DWI-Sprecher Ernst Büscher. Auch Finnland und Dänemark hätten sich zu wichtigen Exportmärkten für deutsche Weine entwickelt. Sie machten demnach im ersten Halbjahr 2026 einen Anteil von einem Viertel an den gesamtdeutschen Weinausfuhren aus.
Hoffnungsvolle Blicke nach Brasilien und Indien
Mit einem Weinexportwert von 24 Millionen Euro waren die USA in diesem Zeitraum weiterhin der wichtigste Ausfuhrmarkt für deutsche Weine, gefolgt von Norwegen (18 Millionen Euro) und den Niederlanden (16 Millionen Euro). Vor allem wegen der Zölle seien die Exporte in die USA aber deutlich zurückgegangen, hieß es. Das Minus lag im ersten Halbjahr bei 11 Prozent bei Menge und Umsatz.
Hoffnungsvoll blickten die Weinexporteure dagegen nach Brasilien und Indien. Dank der neuen EU-Handelsabkommen würden diese Länder derzeit als Abnehmer erschlossen. Das DWI spricht insgesamt von einem wachsenden Interesse der Weinerzeuger am Exportgeschäft.