Die Beschäftigten der Paderborner Brauerei warten weiter auf eine Entscheidung über die Zukunft des Betriebs. Der Chefmanager des Warsteiner-Mutterkonzerns, Bodo-Joachim Wendenburg, wollte am Donnerstagnachmittag auf einer Mitarbeiterversammlung berichten, ob die Gespräche mit potenziellen Investoren abgeschlossen sind. Dies bestätigte eine Sprecherin des Konzerns gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ darüber berichtet.
Mehr als 100 Beschäftigte sind von der Entscheidung betroffen. Der Warsteiner-Konzern hatte im Mai angekündigt, sich von der Paderborner Brauerei zu trennen. Falls ein Verkauf nicht gelinge, solle der Betrieb zum Jahresende eingestellt werden. Bis Ende Oktober waren Informationen zu dem Prozess erwartet worden. Der Konzern hatte von einer Entscheidung im Herbst gesprochen.
Für die Mitarbeiterversammlung gibt es drei mögliche Szenarien: Der Verkauf der Brauerei ist beschlossen, es steigt kein Investor ein und die Schließung steht fest oder die Investorengespräche dauern an und es gibt keine Entscheidung.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte dem Management nach der Ankündigung im Mai Wortbruch vorgeworfen. Ende Juli gab die Gewerkschaft den Abschluss eines Sozialtarifvertrages für die 220 betroffenen Beschäftigten in Herford und Paderborn bekannt. Falls der Verkauf der Paderborner Brauerei scheitere, würden frühestens im November Kündigungen verschickt, hieß es damals.
Haus-Cramer-Gruppe verlagert Produktion nach Warstein
Der Familienkonzern, der unter dem Namen der Gründerfamilie als Haus-Cramer-Gruppe agiert, hatte im Mai auch die Schließung seiner Brauerei in Herford im zweiten Halbjahr 2026 bekannt gegeben. Mit der Trennung von den beiden Brauereien in Ostwestfalen-Lippe kürzt der Konzern seine Kapazitäten um 30 Prozent. Die Produktion der Biermarken Herforder und Paderborner wird nach Warstein verlagert. Damit werden die Anlagen am Stammsitz stärker ausgelastet. Der Konzern begründete die Einschnitte mit dem sinkenden Bierkonsum in Deutschland.
Mit Wendenburg rückte im Juli ein Sanierer an die Spitze des Warsteiner-Mutterkonzerns. Vor wenigen Wochen gab er den Abbau von weiteren 125 Arbeitsplätzen bis Ende 2026 bekannt, der den Stammsitz Warstein betreffe.