Cocktails und Longdrinks sind nicht nur eine Sache der spezialisierten Szene-Gastronomie, sondern spielen auch eine wichtige Rolle in den Spirituosenregalen des Lebensmittel-Einzelhandels. So konnte im vergangenen Jahr die Warengruppe der Mixes laut Nielsen ein deutliches Mengenwachstum von 34 Prozent (LEH+DM) verzeichnen. Getrieben wird die Entwicklung von den großen Marken und ihren Cola-Varianten. Aber auch der Trend zu fertig vorgemixten Cocktails verändert das Spirituosenregal. Die gute Entwicklung von Basisspirituosen wie Wodka oder Aperitif legt zudem die Vermutung nahe, dass es nach wie vor eine Verbrauchergruppe gibt, die in den eigenen vier Wänden gerne selbst ihren Lieblingsdrink mischt. Die LEBENSMITTEL PRAXIS wollte wissen: Was sind die beliebtesten Marken, was die populärsten Cocktails? Dafür wurde von der Innofact AG eine repräsentative Umfrage unter 1.082 Endverbrauchern durchgeführt.
Den ersten Platz auf der Beliebtheitsskala belegt mit großem Abstand eine Marke aus der Karibik: Bacardi ist mit seinen hellen und dunklen Rum-Varianten nicht nur Basis für zahlreiche Cocktails. Unter dem Namen werden auch Mixes wie Bacardi Cola („Cuba Libre“) oder Daiquiri verkauft. Darüber hinaus war die Marke mit den Cocktail-Klassikern Mojito und Piña Colada Vorreiter beim Premix-Trend. „Die Absatzentwicklung im Premium-Conveniencesegment ist sehr vielversprechend, so dass wir diesen Bereich mit Bacardi Piña Colada – Ready to Serve ausbauen“, sagt Yvonne Naber, Head of Communications & Spokesperson bei Bacardi Deutschland, zu der Erweiterung der Range.
Diesem Trend steht Stefan Jensen, in Deutschland verantwortlich für die zweitplatziete Marke Campari , eher kritisch gegenüber und setzt mit den beiden Aperitif-Marken Campari und Aperol (zweiter und fünfter Platz) auf die Hobby-Barkeeper, die ihre Drinks noch selber zubereiten: „Wir glauben, ein wichtiger Aspekt für den stilvollen Spirituosen-Genuss ist die Zubereitung, also das eigene Mixen“, sagte Jensen gegenüber der LP. Die Strategie von Campari: Campari, Aperol und Co werden je mit einem speziellen Drink beworben, den die Verbraucher fortan mit diesen Marken assoziieren sollen. Nachdem die Kommunikation rund um den Trend „Aperol Spritz“ gut funktioniert hat und dem italienischen Aperitif zuletzt ein dreistelliges Wachstum bescherte, steht aktuell mit einem TV-Spot der Klassiker Campari Orange im Fokus.
Wettbewerber Diageo ist gleich mit drei Marken in der Liste vertreten: Smirnoff, Captain Morgan und Johnny Walker. Diageo setzt derzeit auf die Einführung weiterer Convenience-Varianten. „Der Sommer 2011 gehört den fertig gemixten Longdrinks“, sagt Jan Pörksen, Customer Marketing Director für die Schweiz, Deutschland und Österreich. Seit 2008 wachse der Markt der trinkfertigen Produkte zweistellig. Besonders Mixes mit Cola aber auch Tonic Water, Säften oder Limonade würden stark nachgefragt. Nach der Einführung von Captain Morgan Spiced Gold & Cola und Smirnoff & Cola im vergangenen Jahr komplettieren die neuen Varianten Gordon’s Gin & Tonic und Smirnoff Vodka & Cranberry das Premix-Portfolio. Die Neuheiten sollen sowohl Männer als auch Frauen zwischen 20 und 45 Jahren ansprechen.
Eher ein Frauengetränk ist dagegen Batida de Côco. Die Marke wird von der Wiesbadener Henkell und Co. Sektkellerei vertrieben und kommt bei der Innofact-Befragung auf den dritten Platz. Knapp doppelt so viele Frauen wählten das brasilianische Mixgetränk. Johnny Walker und Captain Morgan hingegen sind eindeutig was für Männer. Nur 2,8 Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent der Frauen zählen diese Spirituosen zu ihren Favoriten. Die Ergebnisse der Frage nach den beliebtesten Cocktails zeigt, dass die Hersteller mit ihren Premixes gut den Geschmack der Verbraucher treffen: Von der Nummer 1, Caipirinha, gibt es bis jetzt von den großen Markenherstellern allerdings noch keine vorgemixten Varianten.
Spirituosen Cocktail-Party
Spirituosen-Mixes sind ein Wachstumssegment. Die LEBENSMITTEL PRAXIS wollte wissen: Welche Marken sind beim Endverbraucher am beliebtesten?
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