Die Weltbank erwartet für das kommende Jahr einen weiteren Anstieg der Lebensmittelpreise um 7 Prozent. Dies geht aus dem Rohstoff-Ausblick der Organisation hervor. Bereits in diesem Jahr dürften die Preise für Nahrungsmittel um etwa ein Zehntel gegenüber dem Vorjahr steigen.
Als Gründe für die Preissteigerungen nennt die Weltbank unterbrochene Getreidelieferungen, durch ungünstiges Wetter bedrohte Ernten sowie hohe Kraftstoff- und Düngerpreise. Besonders drastisch fallen die Energiepreise ins Gewicht: Hier rechnet die Organisation für das laufende Jahr mit einem Plus von knapp einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür ist vor allem der Krieg der USA gegen den Iran, infolgedessen der Rohstoffhandel durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen kam. Auch Monate nach Kriegsbeginn liegt der Transport durch die Meerenge weit unter dem Vorkriegsniveau.
Insgesamt erwartet die Weltbank einen Anstieg der Rohstoffpreise im laufenden Jahr um 23 Prozent. Für 2027 hoffen die Experten auf sinkende Energie- und Rohstoffpreise insgesamt. „Die Prognosen setzen voraus, dass es nicht zu einer wesentlichen Verschärfung der Konflikte kommt, die die globalen Rohstoffversorgungsketten beeinträchtigen“, zitierte die Organisation in ihrer Mitteilung.
Die Weltbank warnte vor einer möglichen Nahrungsmittelkrise. Sollten die Energiepreise höher ausfallen als erwartet oder das Wetterphänomen El Niño stärkere Auswirkungen zeigen, könnte eine solche Krise ausgelöst werden. Diese würde wie Anfang der 2010er-Jahre noch mehr Menschen in extreme Armut treiben, so die Organisation. Damit meint die Weltbank Menschen, die von weniger als drei US-Dollar am Tag leben. Derzeit zählt das Institut in Washington rund 811 Millionen Betroffene.