Die Krabbenfischer in der Nordsee verzeichnen in dieser Saison unerwartet hohe Fänge. Die Fischer holen derzeit bis zu 80 Kilogramm Krabben pro Stunde aus dem Meer, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte. Noch zu Jahresbeginn lag die Fangmenge bei weniger als zehn Kilogramm pro Stunde.
Die Verbraucher können von dieser Entwicklung profitieren. „Ich rechne noch vor Weihnachten damit“, sagte Philipp Oberdörffer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu möglichen Preissenkungen. Der Preis für Krabbenfleisch könnte sich im Vergleich zum vergangenen Frühjahr nahezu halbieren.
Die Fischer können sich den plötzlichen Wandel nicht erklären. „Da überraschen uns die kleinen Tierchen immer“, erläuterte Oberdörffer. Die Branche hatte in den vergangenen Jahren mit unterdurchschnittlichen Fängen zu kämpfen. Die Stimmung habe sich nun aber „absolut gedreht“, berichtete der Experte. Die Fischer erwirtschaften wieder Gewinne und investieren diese in neue Kühlräume und sparsamere Motoren.
Die hohen Fangmengen stellen die Verarbeitung allerdings vor Herausforderungen. Die Krabben werden zum Pulen nach Marokko transportiert. Die dortigen Verarbeitungsbetriebe kommen mit dem Pulen kaum hinterher, teilte die Landwirtschaftskammer mit. Dieser Engpass verzögert die Verfügbarkeit der Krabben im Handel.
