Der Kochbox-Anbieter Hellofresh hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Der Nettoumsatz sank währungsbereinigt um 9 Prozent auf rund 6,76 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. In der Berichtswährung fiel der Rückgang mit 11,8 Prozent noch deutlicher aus.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg hingegen währungsbereinigt um rund 14 Prozent auf etwa 423 Millionen Euro. In der Berichtswährung legte das Ergebnis um 6 Prozent zu. Den Angaben zufolge liegt das Ergebnis damit innerhalb der zuletzt veröffentlichten Prognose von 415 Millionen bis 465 Millionen Euro und entspricht den Markterwartungen. Das Unternehmen führt die Verbesserung der Profitabilität auf die konsequente Umsetzung seines Effizienzprogramms zurück.
Die Produktkategorie Kochboxen verzeichnete nach Angaben von Hellofresh einen starken Anstieg des bereinigten Ergebnisses und erreichte eine Marge von 13,5 Prozent. Im vierten Quartal 2025 verlangsamte sich der währungsbereinigte Umsatzrückgang bei Kochboxen den vorläufigen Indikationen zufolge das vierte Quartal in Folge. Die Erholung der Produktkategorie Fertiggerichte verlief hingegen langsamer als erwartet. Obwohl operative Engpässe behoben wurden, belasten Auswirkungen auf Kundenbindung und Kundenakquise weiterhin die Entwicklung, wie das Unternehmen mitteilte.
Hellofresh verlässt Italien und leitet Kündigungsverfahren in Spanien ein
Im Rahmen des Effizienzprogramms zieht sich Hellofresh aus dem italienischen Markt zurück und hat den dafür erforderlichen Prozess bereits eingeleitet. In Spanien hat das Unternehmen ein kollektives Kündigungsverfahren gestartet. „Die Gesellschaft ist zu dem Schluss gekommen, dass für diese Märkte derzeit keine klare Perspektive besteht, die Größe und Rentabilität zu erreichen, die ihren langfristigen strategischen Zielen entspricht“, zitierte das Unternehmen aus der Mitteilung. Hellofresh fokussiert sich den Angaben zufolge bewusst auf einen hochwertigen Kundenstamm und strengere Kapitalrenditevorgaben für die Neukundenakquise. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der aus Bestandskunden generierte Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr, trotz des Rückgangs des Gesamtumsatzes.
Neue Investitionen in Produktvielfalt und Qualität
Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben verstärkt in Produktvielfalt und Qualität. Ab sofort enthalten 90 Prozent der wöchentlichen Rezepte mindestens 200 Gramm Gemüse pro Portion, wie Hellofresh mitteilte. Zuvor lag dieser Anteil bei 53 Prozent. Weiderind wird den Angaben zufolge der neue Standard bei Rindfleisch. Während bereits 2025 Steak und Rinderhackfleisch auf Weiderind umgestellt wurden, stammen ab Anfang Februar auch Rinderfilet und gemischtes Hackfleisch aus Weidehaltung. Ab Februar 2026 können Kunden ohne Zusatzkosten aus wöchentlich drei Rezepten mit Premium-Proteinen wie Lachs oder Steak auswählen. „Unsere Kundinnen und Kunden sagen uns sehr klar, was ihnen wichtig ist: mehr Gemüse, mehr Vielfalt und eine ausgewogene Ernährung, die sich einfach in den Alltag integrieren lässt“, zitierte das Unternehmen Juliane Kappel, Vorstandschefin von Hellofresh DACH, in der Mitteilung.
Der Vorstand hat beschlossen, das Investitionstempo im Jahr 2026 weiter zu beschleunigen, wie das Unternehmen mitteilte. Hellofresh verzeichnet nach eigenen Angaben ermutigende Ergebnisse der Produktinitiative „Refresh“. In der DACH-Region verdoppelt Hellofresh von 2025 bis Ende 2026 die wöchentliche Rezeptauswahl auf 100 Gerichte. Schon ab dem zweiten Quartal 2026 stehen Kunden 80 Rezepte pro Woche zur Verfügung.
Den vollständigen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 einschließlich der Prognose für das Geschäftsjahr 2026 will das Unternehmen am 18. März 2026 veröffentlichen. Die hier dargestellten Zahlen sind ungeprüft und basieren auf vorläufigen Indikationen.

