Yougov-Studie Discounter bauen Marktanteil auf 38 Prozent aus

Die deutschen Discounter haben ihren Vorsprung im Lebensmittelhandel weiter vergrößert. Mit einem Umsatz von 77 Milliarden Euro erreichen sie einen Marktanteil von 38 Prozent, während klassische Vollsortimenter nur noch auf 29 Prozent kommen. 

Mittwoch, 02. Juli 2025, 11:02 Uhr
Theresa Kalmer
Der Bio-Anteil am Food-Umsatz in der Drogerie liegt mittlerweile bei 45 Prozent. Jeder fünfte Euro für Bio-Lebensmittel (ohne Frische) wird heute in der Drogerie ausgegeben. Bildquelle: Rossmann

Die deutschen Discounter haben ihren Vorsprung im Lebensmittelhandel weiter ausgebaut. Im Jahr 2024 erzielten Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma einen Umsatz von rund 77 Milliarden Euro. Das hat das Marktforschungsunternehmen Yougov in einer aktuellen Studie herausgefunden.

Deutliches Trading Down 2022 und 2023

Der Marktanteil der Discounter liegt demnach bei 38 Prozent, während die klassischen Vollsortimenter nur noch auf knapp 29 Prozent kommen. Trotz allgemein gestiegener Reallöhne bleibt die Preissensibilität der Verbraucher nach Angaben von Yougov hoch.

Das Umsatzwachstum der Discounter beträgt etwa ein Drittel innerhalb von fünf Jahren. Die Kunden kaufen häufiger bei den Discountern ein und geben dort auch mehr Geld aus. In den Jahren 2022 und 2023 fand laut der Studie bei vielen Haushalten ein deutliches Trading Down vom klassischen Vollsortiment und Fachhandel zum Discount statt.

Besonders Lidl gehört zu den Gewinnern der vergangenen Jahre. Die Discounter versuchen ihre Position durch Preisaktionen und ein erweitertes Sortiment weiter zu stärken.

Einkäufe von Frischeprodukten nehmen zu

Die Kunden schätzen bei den Discountern nach eigenen Angaben vor allem das übersichtliche Sortiment, die gute Erreichbarkeit und die günstigen Preise. Das Einkaufsverhalten ist durch Effizienz, Pragmatismus und bewusstes Planen geprägt. Während in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders preisgünstige Handelsmarken gefragt waren, steigt inzwischen die Nachfrage nach hochwertigeren Konsum- und Premium-Handelsmarken.

Auch Frischeprodukte werden wichtiger: Der Anteil der Einkäufe mit Frischeprodukten stieg von 25,8 Prozent im Jahr 2019 auf 28,3 Prozent im Jahr 2024.

Einkaufserlebnisse als Gegenpol zu Supermärkten

Auch die Drogeriemärkte entwickeln sich laut Yougov positiv. Sie haben sich demnach als Anlaufstelle für Körperpflege, Kosmetik und Haushaltsprodukte etabliert; sie bauen ihre Position mit vielfältigen Sortimenten und eigenen Marken weiter aus. Nach einer pandemiebedingten Schwächephase zählen die Drogeriemärkte wieder zu den wachstumsstärksten Vertriebskanälen.

Die Kunden beschreiben das Einkaufserlebnis in der Drogerie als entspannend, inspirierend und sinnlich – ein Gegenpol zum zweckorientierten Supermarkteinkauf. Die Drogeriemärkte hätten sich „als Kompetenzzentren für Wohlbefinden, nachhaltige Ernährung und Gesundheitsprodukte etabliert“, so Bettina Arneth, Account Director bei Yougov.

Drogeriemärkte profitieren vom Bio-Trend

Besonders stark wächst das Geschäft mit Bio-Lebensmitteln. Der Bio-Anteil am Lebensmittelumsatz der Drogeriemärkte liegt bei 45 Prozent. Jeder fünfte Euro für Bio-Lebensmittel, ausgenommen Frischeprodukte, fließt in die Kassen der Drogeriemärkte. Die Eigenmarken der Drogerien erfreuen sich steigender Beliebtheit, sowohl im Lebensmittel- als auch im Gesundheitssegment.

„Die Shopper im Discount agieren heute smarter denn je: Sie sind preisbewusst, aber auch qualitätsorientiert und erwarten ein effizientes Einkaufserlebnis“, so Senior Consultant Kathrin Pleißner von Yougov. 

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