Herbstbörse Hamburg Kartoffelbranche zweifelt an Rekordernte-Vorhersage

Steht in Deutschland eine Rekord-Kartoffelernte bevor? Die deutsche Kartoffelwirtschaft setzt ein Fragezeichen hinter eine entsprechende Prognose des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das wurde auf der Internationalen Kartoffel-Herbstbörse in Hamburg deutlich. Dort diskutierten Branchenvertreter unter anderem auch über Cybersicherheit. 

Freitag, 04. Oktober 2024, 09:59 Uhr
Thomas Klaus
Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen ist eine sehr gute Kartoffelernte in Deutschland weiter möglich. Bildquelle: Getty Images

Der Deutsche Kartoffelhandelsverband (DKHV) veranstaltete in Hamburg die 71. Internationale Kartoffel-Herbstbörse. Vor 140 Vertretern der Kartoffelwirtschaft wurde unter anderem diskutiert, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) einen Ertrag von etwa 44 Tonnen pro Hektar und somit eine Rekordernte von 12,7 Millionen Tonnen Kartoffeln erwartet. Allerdings bestehen noch Unsicherheiten bei Wetter, Krankheiten und Erntequalität. Und: Die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft prognostizierte Rekordernte beruht auf der Auswertung von nur 46 Prozent der knapp 700 Probeflächen. „Letztendlich entscheiden die Qualität und Stabilität unserer Lagerbestände darüber, welche Mengen wir in den nächsten Monaten vermarkten können“, betonte Präsident Thomas Herkenrath. Außerdem seien die regionalen Unterschiede zwischen den Erträgen enorm. 

Zunehmende Gefahr durch Cyberangriffe

Thomas Herkenrath begrüßte die Teilnehmer der Herbstbörse. Diese Veranstaltung gilt als wichtiger Stimmungsindikator für die Branche. 

Der Informatiker und KI-Forscher Christoph Endres hielt im Anschluss einen Vortrag über Cybersicherheit im Kartoffelhandel. Endres betonte die zunehmende Gefahr durch Cyberangriffe in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Besonderes Interesse weckte die neue EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-2), die ab dem 18. Oktober 2024 viele Unternehmen zu Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet.

Kritik an strengeren Pflanzenschutz-Vorgaben der Politik

„Die Rahmenbedingungen dieses Jahres für den Kartoffelanbau waren äußerst anspruchsvoll“, so Herkenrath. Ungewöhnlich starke Niederschläge im Frühjahr verzögerten die Aussaat und erhöhten den Krankheitsdruck. An manchen Orten seien die Böden so lange feucht gewesen, dass die letzten Pflanzungen erst Mitte Juni abgeschlossen worden seien.

Thomas Herkenrath kritisierte zunehmend strenge politische Vorgaben im Pflanzenschutz. Diese erschwerten immer stärker die Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen.

Als nächsten wichtigen Branchentermin plant der Verband den Internationalen Berliner Kartoffelabend am 4. Februar 2025.

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