Der Papierhersteller Jung Papier hat beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht gab dem Antrag statt, wie das Unternehmen mitteilte. Das Verfahren soll den Fortbestand des Betriebs sichern. Das Amtsgericht bestellte Rechtsanwalt Christian Holzmann von Brinkmann & Partner zum vorläufigen Sachwalter.
Der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben des Unternehmens weiter. Die Finanzierung sei absehbar gesichert. Die Löhne und Gehälter der 155 Beschäftigten würden als Insolvenzgeld bis einschließlich Januar 2027 vorfinanziert, teilte Jung Papier mit. Die Kanzlei RSM Ebner Stolz unterstützt das Unternehmen während des Verfahrens. Marc Oberhardt von der Kanzlei begleitet die Restrukturierung.
Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist eine besondere Form des Insolvenzverfahrens, bei der ein Unternehmen trotz Zahlungsunfähigkeit oder drohender Zahlungsunfähigkeit die Kontrolle über seinen Geschäftsbetrieb weitgehend behält.
Jung Papier produziert am Standort Reisholz seit 2023 Toilettenpapier, Küchenrollen, Gesichtstücher, feuchte Hygienepapiere und sogenannte Mutterrollen für den europäischen Markt. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen vorläufigen Jahresumsatz von rund 70 Millionen Euro. Das Unternehmen hat eine eigene Marke namens The Papermakers aufgebaut, die sich den Angaben zufolge in den vergangenen drei Jahren im Handel etabliert hat.
Jung Papier öffnet Verkaufsprozess für Investoren
Das Unternehmen will an Gespräche mit Investoren anknüpfen, die bereits geführt wurden. Gleichzeitig öffnet Jung Papier den Verkaufsprozess für weitere Interessenten. „Die Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Gespräche mit Investoren gezielt fortzuführen. Unser Ziel ist es, für den Standort, unsere Beschäftigten und unsere Kunden eine langfristige Perspektive zu schaffen“, zitierte das Unternehmen Geschäftsführer Volker Jung in der Mitteilung.
Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit nannte Jung Papier hohe Energie-, Rohstoff- und Personalkosten. Diese belasteten die kapitalintensive Produktion. Auch die Insolvenz eines Papiermaschinen-Herstellers habe das Unternehmen getroffen, hieß es in der Mitteilung.