Allianz-Analyse Zahl der Firmenpleiten in Deutschland könnte um 8 Prozent zulegen

Allianz Trade rechnet für das Jahr 2026 mit 8 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen ist der Einzelhandel, der weltweit die meisten Großinsolvenzen verzeichnet. Auch für 2027 erwartet der Kreditversicherer keine Entspannung.

Dienstag, 27. Oktober 2026, 10:56 Uhr - Strategien
Manuel Glasfort
Großinsolvenzen im Handel wie bei Galeria sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Bildquelle: Adobe Stock

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wird laut einer aktuellen Analyse von Allianz Trade im Jahr 2026 voraussichtlich um 8 Prozent steigen. Der Kreditversicherer des Allianz-Konzerns rechnet demnach mit rund 25.900 Firmenpleiten – das wären 1.836 Fälle mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 2013. Deutschland gehört damit nach Angaben von Allianz Trade zu den Ländern Westeuropas mit dem stärksten Zuwachs. Weltweit erwartet das Unternehmen einen Anstieg um 5 Prozent – zum vierten Mal in Folge.

In den ersten drei Quartalen 2026 zählte Allianz Trade weltweit 376 Großinsolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Das übertrifft den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2024 um 38 Fälle. Auf den Einzelhandel entfielen den Angaben zufolge mit 69 Fällen die meisten Großinsolvenzen, vor dem Dienstleistungssektor mit 62 und der Baubranche mit 51 Fällen. Allein auf Westeuropa kamen 229 dieser Großinsolvenzen.

Allianz Trade erwartet auch 2027 keine Entspannung

Eine Entspannung zeichnet sich vorerst nicht ab. Für 2027 prognostiziert Allianz Trade in Deutschland rund 25.900 Unternehmensinsolvenzen und damit ein ähnlich hohes Niveau wie 2026. Weltweit sollen die Fallzahlen 2027 um ein weiteres Prozent steigen, bevor sie 2028 leicht um 1 Prozent zurückgehen dürften. Selbst dann läge der globale Insolvenzindex laut der Analyse noch 22 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Als Ursachen für die anhaltend hohe Belastung nennt Allianz Trade hohe Finanzierungskosten, schwaches Wirtschaftswachstum und teure Energie. „Das trifft insbesondere kleinere Betriebe, deren finanzielle Spielräume häufig begrenzt sind“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Für den Handel bleibt das Insolvenzrisiko damit auch über das laufende Jahr hinaus ein relevanter Faktor.

Videos vom Supermarkt des Jahres 2026 - Nominierte und Gewinner

Käse-Star 2026: Die Finalisten im Video

Tiefkühl-Star 2026: Die Finalisten im Video