Tabakkonzern Philip Morris beziffert seinen Beitrag zur EU-Wirtschaft auf 343 Milliarden Euro

Eine von Philip Morris beauftragte Studie soll den wirtschaftlichen Fußabdruck des Tabakkonzerns in Europa belegen. Demnach flossen allein in Deutschland 7,4 Milliarden Euro an Ausgaben und Investitionen in fünf Jahren. Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der die EU über neue Tabakregeln verhandelt.

Donnerstag, 22. Oktober 2026, 08:59 Uhr
Theresa Kalmer
Marco Hannappel ist Präsident der Europa-Region von Philip Morris International. Bildquelle: Philipp Morris

Philip Morris International hat nach eigenen Angaben zwischen 2021 und 2025 insgesamt fast 343 Milliarden Euro zur Wirtschaft der Europäischen Union beigetragen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Beratungsunternehmen EY-Parthenon im Auftrag des Tabakkonzerns erstellt hat. Die Untersuchung beziffert neben der direkten Geschäftstätigkeit auch das Steueraufkommen sowie die Wertschöpfung im Einzelhandel und entlang der Lieferkette.

Deutschland nimmt laut der Studie eine zentrale Rolle im europäischen Netzwerk von Philip Morris ein. Demnach entfielen 4,8 Milliarden Euro – rund 21,6 Prozent der europäischen Lieferkettenausgaben – auf deutsche Zulieferer. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben und Investitionen des Konzerns in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren den Angaben zufolge auf 7,4 Milliarden Euro. Durchschnittlich seien pro Jahr rund 900 Millionen Euro an mehr als 15.000 deutsche Zulieferer geflossen. Hinzu kommen laut der Studie Steuerbeiträge von 34,2 Milliarden Euro in Deutschland im Zeitraum von 2021 bis 2025.

Auf EU-Ebene habe Philip Morris im Jahr 2025 rund 164.000 Arbeitsplätze entlang seiner Wertschöpfungskette unterstützt, darunter knapp 22.500 direkte Stellen. Das europäische Zuliefernetzwerk umfasse rund 49.100 Unternehmen, darunter viele kleine und mittlere Betriebe. In Forschung und Entwicklung seien in Europa 422 Millionen Euro geflossen, ergänzt durch rund 2,2 Milliarden Euro für entsprechende Aktivitäten in der Schweiz. Die Exporte aus Europa beziffert die Studie auf 39,5 Milliarden Euro.

Philip Morris veröffentlicht die Studie zu einem Zeitpunkt, an dem die EU über eine Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie und der Tabaksteuerrichtlinie berät. Der Konzern erzielte nach eigenen Angaben in Europa bereits mehr als die Hälfte seines Nettoumsatzes mit rauchfreien Produkten. „Dafür braucht es Pragmatismus, eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft sowie verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen“, erklärte Marco Hannappel, Präsident der Europa-Region von Philip Morris, laut der Mitteilung.

Özlem Dikmen, Chefin von Philip Morris Deutschland und Österreich, forderte in der Mitteilung eine „wissenschaftsbasierte, am jeweiligen Risikoprofil ausgerichtete Regulierung und Besteuerung“. Die Studie wurde von Philip Morris in Auftrag gegeben und dürfte daher vor allem die Perspektive des Konzerns widerspiegeln.