Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Sagen Sie Radeberger die Meinung! Das fordert die Verbraucherschutzorganisation foodwatch auf ihrer Internetpräsenz. Der Grund für die Empörung: Markenbiere wie das zur Radeberger-Gruppe gehörende Clausthaler würden auf dem Etikett als „alkoholfrei“ ausgelobt, was aber nicht der Realität entspreche. Zuvor stand bereits die Marke Erdinger Alkoholfrei auf der staatlichen Plattform „Lebensmittelklarheit“ am Pranger.
Das Thema ist nicht neu und Kenner wissen: Rein rechtlich dürfen in Deutschland Biere mit einem Alkoholgehalt von unter 0,5 Vol.-% als „alkoholfrei“ bezeichnet werden, denn den genauen Gehalt müssen die Hersteller hierzulande erst ab 1,2 Vol.-% deklarieren.
„Nicht die Bezeichnung Alkoholfreies Bier, sondern die Kampagne von foodwatch stellt eine Täuschung des Verbrauchers dar“, sagt Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. So müsste man etwa 15 Flaschen Alkoholfreies trinken, um die Alkoholaufnahme zu erreichen, wie mit einer Flasche normalen Bieres. Der bayerische Brauerbund gibt in einer Stellungnahme zu bedenken, dass auch Biosäfte, Kefir, Schwarzbrot, Gebäck und Bananen Restmengen an Alkohol enthalten. „Die angestrebte Deklarationspflicht zu Ende gedacht, müssten auch solche Lebensmittel deklariert werden“, heißt es in einer Mitteilung.
Das einzig wirklich alkoholfreie Markenbier (0,0 Vol.-%) wird nämlich nur von Bitburger hergestellt. Trotz alledem ist Aufklärung notwendig, besonders bei der Gruppe der trockenen Alkoholiker. Marc-Oliver Huhnholz, Pressesprecher und Referent für politische Kontakte beim Brauer-Bund erklärt: „Wenngleich alkoholfreie Biere mit ihrem sehr geringen Restalkoholanteil keine physiologischen Auswirkungen auf den Körper bedingen, könnten trockene Alkoholiker auf Grund der Haptik, der Farbe und des bierigen Geschmackes verleitet werden, doch wieder zu alkoholhaltigen Bieren zu greifen. Daher sollten trockene Alkoholiker keine alkoholfreien Biere trinken.“
Bier Was bedeutet „alkoholfrei“?
Der Streit zwischen foodwatch und Radeberger um die Bezeichnung „alkoholfrei“ stiftet mehr Verwirrung als Aufklärung. Folgendes sollten Sie bei Fragen von Kunden beachten.
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