Der Umsatzrückgang der Beiersdorf-Kernmarke Nivea hat sich im dritten Quartal verlangsamt. Nach einem Minus von 6,7 Prozent im Vorquartal schrumpfte der Nivea-Umsatz aus eigener Kraft – also ohne Zukäufe und Wechselkurseffekte – noch um 4,9 Prozent auf nahezu 1,3 Milliarden Euro, wie der Hamburger Konsumgüterkonzern mitteilte. Beiersdorf hatte im Sommer einen 18-monatigen Umbauplan für die kriselnde Markenfamilie angekündigt und sieht nach eigenen Angaben nun eine verbesserte Dynamik. Im Einzelhandel seien die Nivea-Umsätze weltweit gewachsen, hieß es in der Mitteilung.
Auf Nivea entfällt mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes, der im dritten Quartal bei annähernd 2,4 Milliarden Euro lag. Insgesamt ging der Umsatz konzernweit um 1,3 Prozent zurück. Als Teil des Wachstumsplans investiert Beiersdorf den Angaben zufolge mehr Geld in Werbung. Unter anderem schloss das Unternehmen für die Sonnenschutz-Linie Nivea Sun eine Partnerschaft mit der Tour de France ab. Im September brachte Beiersdorf die reduzierte Produktlinie Face+ nach Europa – ein Sortiment, das eigentlich für Schwellenländer entwickelt worden war.
Streit mit russischem Zulieferer beigelegt
Negativ beeinflusst wurden die Zahlen im dritten Quartal von einem Streit mit einem russischen Zulieferer. Beiersdorf zufolge ist der Streit beigelegt worden und das Unternehmen erwartet keine signifikanten Auswirkungen auf das vierte Quartal. Beiersdorf verkauft weiter Produkte auf dem russischen Markt.
Teilweise abgefedert hat den Nivea-Rückgang das beschleunigte Wachstum der Dermatologie-Marken, die üblicherweise in Apotheken verkauft werden. Auch die Luxusmarke La Prairie entwickelte sich laut Beiersdorf dank gestiegener Nachfrage in China deutlich besser.
Die im Sommer gesenkte Jahresprognose bestätigte der Konzern. Beiersdorf erwartet demnach einen Umsatzrückgang aus eigener Kraft im niedrigen einstelligen Bereich sowie eine operative Marge von mindestens 11,8 Prozent. Im Jahr 2025 hatte diese noch bei 14 Prozent gelegen. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 22.000 Menschen und betreibt in Deutschland Werke in Hamburg, Berlin und Leipzig.