Die zehn regionalen Migros-Gesellschaften in Aare, Basel, Genf, Luzern, Neuenburg-Freiburg, Ostschweiz, Tessin, Waadt, Wallis und Zürich verschwinden perspektivisch. Geplant ist eine Vereinigung mit dem Migros-Genossenschafts-Bund zu einer Gruppengenossenschaft. Verbunden ist der Schritt auch mit personellen Veränderungen an der Spitze.
Auf einer Pressekonferenz in Bern, zu der die Lebensmittel Praxis zugeschaltet war, informierten die Präsidenten der jeweiligen Genossenschaften, dass die Gremien in den jeweiligen Regionen bereits für diesen Schritt gestimmt hätten. Das letzte Wort haben die 2,3 Millionen Genossenschaftsmitglieder ab Mitte 2027 im Zuge einer Urabstimmung und von Delegiertenversammlungen.
Mario Irminger, als Präsident und oberster operativer Chef der gesamten Migros-Gruppe, und Peter Diethelm als CEO der Migros-Supermärkte, ziehen sich ab Mitte 2027 zurück. Aus Altersgründen könnten sie den Transformationsprozess nicht langfristig begleiten, hieß es. Die Nachfragesuche startete bereits; eine Findungskommission wurde installiert. Anfang 2027 sollen die Nachfolger möglichst feststehen.
Irminger: Migros muss und wird regional präsent bleiben
Irminger betonte: „Migros muss und wird regional präsent bleiben.“ Migros vor Ort und das Einkaufen vor Ort werde sich nicht verändern.
Die regionale Verankerung soll künftig auch durch sechs Regionalräte gewährleistet werden, wobei je ein Regionalrat die französischsprachige und die italienischsprachige Schweiz vertritt. Die Regionalräte bringen die Anliegen ihrer Regionen ein und wählen die 300 Delegierten. Die Delegiertenversammlung auf nationaler Ebene soll weiterhin für die demokratische Mitbestimmung sorgen und die Gremien der Migros-Gruppengenossenschaft wählen.
Die Gruppengenossenschaft ist das Dach der sieben strategischen Geschäftseinheiten. Diese sind: Migros Supermarkt, Migros Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, Migros Bank und Medbase. Das schweizweite Supermarktgeschäft wird künftig aus einer Hand geführt, mit weiterhin starker Präsenz in allen Regionen der Schweiz. Guido Rast, Geschäftsleiter der Migros Luzern und Präsident von Migros Supermarkt, erläutert: „Mit der 2024 gegründeten Migros Supermarkt AG legten wir den Grundstein für eine engere Zusammenarbeit über die Grenzen der Genossenschaft hinweg, ohne bei der Regionalität Abstriche zu machen. Die Gruppengenossenschaft ist der nächste logische Schritt, um diese erfolgreiche Arbeit weiterzuführen. So sorgen wir dafür, dass die Migros auch morgen die Erwartungen ihrer Kundschaft erfüllt: starke Angebote, hohe Qualität und verlässliche Leistungen.“
Massenentlassungen sind laut Mario Irminger nicht geplant und bis mindestens Mitte 2028 organisationsbedingte Kündigungen in den regionalen Genossenschaften ausgeschlossen. Personelle Ausdünnungen sind hingegen im Management und in den Zentralen zu erwarten.