Nestlé treibt die strategische Neuausrichtung mit Nachdruck voran. Künftig konzentriert sich der Konzern auf vier klar definierte Geschäftsbereiche: Kaffee, Produkte für Heimtiere, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks. Rund 70 Prozent des Umsatzes entfallen bereits heute auf Kaffee, Heimtierprodukte und Ernährung – Kategorien, in denen Nestlé globale Führungspositionen beansprucht.
Nestlé Health Science wird aufgelöst
Randaktivitäten will der Konzern überprüfen und gegebenenfalls verkaufen, darunter das verbleibende Speiseeisgeschäft. Auch für das Wassergeschäft sondiert der Konzern die Möglichkeiten für einen Verkauf.
Zugleich bündelt der Konzern die Bereiche Ernährung und Gesundheit in einer integrierten Einheit. Damit will der neue Nestlé-Chef Philipp Navratil Kosten sparen und das Geschäft vereinfachen. Im Zuge des Zusammenschlusses wird das global geführte Geschäft von Nestlé Health Science aufgelöst. Anna Mohl, CEO von Nestlé Health Science, wird am 28. Februar 2026 aus der Konzernleitung zurücktreten und den Konzern verlassen.
Organisches Umsatzwachstum von 3,5 Prozent
Wachstumsbereiche mit hohem Potenzial – etwa kalter Kaffee, medizinische Ernährung oder funktionale Heimtierprodukte – sollen bis 2026 auf 30 Prozent des Konzernumsatzes ausgebaut werden. Flankiert wird dies durch zusätzliche Investitionen von 0,6 Milliarden Schweizer Franken (0,66 Milliarden Euro) im Jahr 2026.
Operativ zeigte sich 2025 eine erste Stabilisierung. Organisch wuchs Nestlés Umsatz um 3,5 Prozent, getragen von Preiserhöhungen (plus 2,8 Prozent) und einem internen Realwachstum von 0,8 Prozent. Im zweiten Halbjahr beschleunigte sich Letzteres auf 1,4 Prozent – ein Indiz für eine verbesserte Marktanteilsentwicklung. Auf publizierter Basis sank der Umsatz jedoch um 2,0 Prozent auf 89,5 Milliarden Schweizer Franken (98,2 Milliarden Euro), belastet durch negative Währungseffekte.
Margen weiter unter Druck
Die Margen gerieten weiter unter Druck. Die zugrunde liegende operative Marge fiel auf 16,1 Prozent. Höhere Rohstoffkosten bei Kaffee und Kakao, Zölle sowie der starke Schweizer Franken wurden nur teilweise durch Preiserhöhungen und Einsparungen kompensiert. Das zugrunde liegende operative Ergebnis sank um 8,4 Prozent auf 14,4 Milliarden Schweizer Franken (15,8 Milliarden Euro), der Reingewinn um 17 Prozent auf 9,0 Milliarden Franken (9,9 Milliarden Euro).
Süßwarengeschäft legt preisgetrieben deutlich zu
Nach Kategorien waren Getränke inklusive Kaffee mit 7,3 Prozent organischem Wachstum der wichtigste Treiber, primär preisgetrieben. Auch Süsswaren legten mit 8,2 Prozent deutlich zu, allerdings bei negativem Absatzvolumen. Hier zeigte sich die Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge höherer Preise. Produkte für Heimtiere wuchsen um 2,2 Prozent, getragen von positivem Volumen und Marktanteilsgewinnen. Schwächer entwickelten sich Fertiggerichte und Kulinarik (minus 0,4 Prozent), insbesondere im US-Tiefkühlsegment.
2026 organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent erwartet
Regional blieb das Bild heterogen: Europa wuchs organisch um 4,3 Prozent, Nord- und Südamerika um 2,8 Prozent. In Asien, Ozeanien und Afrika betrug das Plus 3,2 Prozent – ohne die rückläufige Wirtschaftsregion China sogar 6,1 Prozent.
Für 2026 erwartet Nestlé ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent bei steigender operativer Marge. Ob die Fokussierung auf margenstärkere Kernbereiche und die erhöhte Marketingintensität zu nachhaltigem, volumengetriebenem Wachstum führen, wird für die Branche ein zentraler Gradmesser sein.