Die niederländische Molkereigenossenschaft Frieslandcampina hat im Geschäftsjahr 2025 trotz schwieriger Marktbedingungen den Umsatz gesteigert. Die Erlöse kletterten auf 13,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das entspricht einem Plus von rund 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der Umsatz noch bei 12,9 Milliarden Euro gelegen hatte. Das Betriebsergebnis sank hingegen leicht von 527 Millionen Euro auf 507 Millionen Euro. Höhere Kosten, unter anderem für IT, belasteten das Ergebnis. Kosteneinsparungen glichen dies den Angaben zufolge weitgehend aus.
Konzernchef: 2026 ein Jahr mit zwei Gesichtern
Das Nettoergebnis verbesserte sich von 321 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 328 Millionen Euro. Der Milchpreis für die Mitglieder stieg auf 56,93 Euro pro 100 Kilogramm Milch; im Vorjahr waren es 52,95 Euro. Die Barnachzahlung erhöhte sich von 1,21 Euro auf 1,31 Euro pro 100 Kilogramm Milch. Die Milchanlieferung der Mitglieder wuchs um 2,4 Prozent auf 9,268 Millionen Kilogramm.
Besonders die zweite Jahreshälfte 2025 verlief schwierig. Die Preise für Basismolkereiprodukte brachen stark ein. „Frieslandcampina hat im Jahr 2025 seine Widerstandsfähigkeit bewiesen. Es war ein Jahr mit zwei Gesichtern: mit einer guten ersten Jahreshälfte und einer schwierigeren zweiten Jahreshälfte“, sagte Konzernchef Jan Derck van Karnebeek. Trotz herausfordernder Marktbedingungen und geopolitischer Entwicklungen habe man insgesamt gute Ergebnisse erzielt.
Frieslandcampina fusioniert mit Milcobel und kauft US-Firma
Frieslandcampina vollzog im vergangenen Jahr mehrere strategische Schritte. Zum 1. Januar 2026 fusionierte das Unternehmen mit der belgischen Molkereigenossenschaft Milcobel. Dadurch kamen rund 1.250 neue Milchbauern und 950 Beschäftigte in Belgien und Frankreich hinzu. Zudem übernahm Frieslandcampina das US-Unternehmen Wisconsin Whey Protein, um die Marktposition bei hochwertigen Proteinen in Nordamerika auszubauen. Das Unternehmen warb zudem erfolgreich neue Mitglieder an und vereinbarte 411 Millionen Kilogramm zusätzliche Milch.
Verbesserung erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet
Für das laufende Jahr rechnet Frieslandcampina mit anhaltenden Herausforderungen. Der globale Milchmarkt dürfte in der ersten Jahreshälfte 2026 schwierig bleiben. Die hohe Milchproduktion in der zweiten Jahreshälfte 2025 führte zu einem reichlichen Angebot und sinkenden Preisen für Basismolkereiprodukte. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet das Unternehmen eine Verbesserung, wenn Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Die Rentabilität im ersten Halbjahr 2026 werde deutlich hinter den Ergebnissen des Vorjahreszeitraums zurückbleiben, teilte Frieslandcampina mit.