Weinlese 2026 Deutsche Winzer starten so früh in die Lese wie nie zuvor

Der Hitzesommer 2026 hat die Trauben in allen deutschen Anbaugebieten so früh reifen lassen wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Einige Winzer brachen sogar ihren Urlaub ab, um rechtzeitig ernten zu können. Die Qualität stimmt – doch der Ertrag dürfte unterdurchschnittlich ausfallen.

Freitag, 28. August 2026, 09:56 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Kleine Trauben, große Unterschiede: Durch die frühe Reife sind 2026 nahezu alle Sorten gleichzeitig bereit für die Lese – das dürfte die Ernte in den kommenden Wochen deutlich beschleunigen. Bildquelle: Getty Images

Die Weinlese in Deutschland hat im Hitzesommer 2026 so früh begonnen wie nie zuvor seit Beginn der regelmäßigen Erfassung. „Das war in allen Weinanbaugebieten der früheste Lesestart überhaupt“, sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Einige Winzer hätten sogar ihren Urlaub abgebrochen, um rechtzeitig mit der Ernte beginnen zu können.

Ernte wohl schon im September abgeschlossen

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren habe die Hauptlese ein bis zwei Wochen früher begonnen, so Büscher. „Im Vergleich zu vor 30 oder 40 Jahren sind es sicherlich vier Wochen früher.“ Nicht nur Federweißer und Sektgrundweine, sondern auch erste Trauben für Spitzenweine seien bereits eingeholt worden. In der kommenden Woche solle die Lese in großem Umfang weitergehen.

Die Ernte dürfte den Angaben zufolge bereits im September abgeschlossen sein. Fast alle Sorten seien gleichzeitig reif, was die Lese beschleunige. Ein größerer Regen könnte diesen Prozess noch weiter verkürzen. Dass die Winzer so früh ernten, hängt laut Büscher mit den hohen Mostgewichten zusammen: Zu viel Zucker in den Trauben führe zu kräftigen Weinen, während der Markt eher leichte Weine mit geringerem Alkoholgehalt nachfrage. Zudem könne anhaltende Hitze die für deutschen Wein typische Fruchtsäure abbauen.

Bei der Qualität der Trauben zeigten sich die Winzer nach Angaben des Deutschen Weininstituts zufrieden. Die Trauben seien gesund, was aromatische Weine erwarten lasse. Allerdings dürfte der Ertrag unterdurchschnittlich ausfallen, da die Trauben kleiner seien als üblich.

Neue Produkte

Im Heft