Einigung erzielt Süßwarenbranche in Baden-Württemberg schließt neuen Tarifvertrag

Die Süßwarenindustrie in Baden-Württemberg hat einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren abgeschlossen. Die Entgelte steigen in mehreren Stufen um insgesamt rund 6 Prozent. Der Branchenverband BDSI spricht von einer erheblichen Belastung für die überwiegend mittelständischen Betriebe.

Donnerstag, 27. August 2026, 13:36 Uhr
Manuel Glasfort
Süße Branche: Die Süßwarenindustrie hat nun auch in Baden-Württemberg einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Bildquelle: Manuel Glasfort

Die Süßwarenindustrie in Baden-Württemberg hat mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastätten (NGG) einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren abgeschlossen. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mit. Die Vereinbarung gilt vom 1. August 2026 bis zum 31. Juli 2028. Zuvor hatte die Branche schon für Nordrhein-Westfalen einen Tarifabschluss erzielt.

Den Angaben zufolge steigen die Entgelte in mehreren Stufen: Zum 1. September 2026 erhöhen sie sich um 2,9 Prozent, zum 1. Februar 2027 um weitere 0,3 Prozent und zum 1. September 2027 erneut um 2,9 Prozent. Die Monate August 2026 und August 2027 bleiben als sogenannte Leermonate ohne Erhöhung. Zusätzlich erhalten Vollzeitbeschäftigte jeweils im September 2026 und September 2027 eine Erholungsbeihilfe von 80 Euro. Teilzeitbeschäftigte bekommen diese anteilig. Auszubildende profitieren laut der Mitteilung von den prozentualen Erhöhungen in gleicher Höhe, erhalten die Erholungsbeihilfen jedoch nur zur Hälfte.

Der tarifpolitische Geschäftsführer des Verbands, Mario Mundorf, bezeichnete den Abschluss als wirtschaftlich herausfordernd für die Betriebe. „Der Tarifabschluss stellt die Betriebe wirtschaftlich vor erhebliche Herausforderungen und schöpft den finanziell vertretbaren Spielraum weitestgehend aus“, zitierte ihn der Verband in der Mitteilung. Positiv bewertete Mundorf die zweijährige Laufzeit, die den Unternehmen „verlässliche Planungs- und Kostensicherheit“ biete. Zudem sei auf die Vereinbarung von Mindestbeträgen verzichtet worden, die nach Einschätzung des Verbands zu zusätzlichen Belastungen für die Arbeitgeber geführt hätten.

Der BDSI vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 200 überwiegend mittelständischen Süßwarenherstellern in Deutschland. Die Branche beschäftigt demnach rund 60.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet etwa 10 Prozent des Umsatzes der deutschen Ernährungsindustrie. Rund die Hälfte der Betriebe sind Kleinbetriebe mit bis zu 100 Beschäftigten.

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