Künstliche Intelligenz L'Oréal und OpenAI bringen Make-up-Anprobe in ChatGPT

Der weltgrößte Kosmetikkonzern L'Oréal kooperiert mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI. Verbraucher sollen künftig Make-up direkt im Chatbot virtuell ausprobieren können. Zudem nutzt L'Oréal ein eigens entwickeltes KI-Modell, um das Hautmikrobiom zu erforschen.

Mittwoch, 17. Juni 2026, 11:34 Uhr
Theresa Kalmer
Künftig könnten Verbraucher Lippenstift, Foundation oder Hautpflege dank KI-Anwendungen von ChatGPT und der Modiface-Technologie schon vor dem Kauf digital testen – ganz ohne Probe im Geschäft. Bildquelle: Peter Eilers

L'Oréal und OpenAI haben eine Zusammenarbeit angekündigt, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kosmetikbranche vorantreiben soll. Die beiden Unternehmen gaben die Kooperation auf der Technologiemesse VivaTech 2026 in Paris bekannt, wie L'Oréal mitteilte.

Im Zentrum der Partnerschaft stehen zwei Bereiche: Zum einen sollen Verbraucher künftig über den KI-Chatbot ChatGPT direkt auf Angebote von L'Oréal-Marken zugreifen können. So plant die Kosmetikmarke Maybelline New York, eine virtuelle Make-up-Anprobe in ChatGPT zu integrieren. Dabei kommt den Angaben zufolge die hauseigene Modiface-Technologie zum Einsatz, mit der Nutzer Make-up-Produkte in Echtzeit digital ausprobieren können. Zudem will L'Oréal die Auffindbarkeit seiner Marken – darunter Lancôme und Kérastase – innerhalb von ChatGPT in den USA verbessern. Darüber hinaus nehmen die Marken Skinceuticals, Cerave und Garnier an einem Pilotprojekt für Werbung innerhalb von ChatGPT teil.

Zum anderen soll die Kooperation die Forschung und das Marketing von L'Oréal unterstützen. Mithilfe eines speziell von OpenAI entwickelten KI-Modells namens GPT-Rosalind kartiert L'Oréal nach eigenen Angaben das Hautmikrobiom, um daraus neue Hautpflegeprodukte zu entwickeln – zunächst für die Marke La Roche-Posay. Außerdem soll ein OpenAI-Modell die konzerneigene Plattform für die Erstellung von Marketinginhalten antreiben.

L'Oréal-Managerin sieht höhere Anforderungen an KI

„Wir bei L'Oréal sind davon überzeugt, dass wir höhere Anforderungen an die KI stellen können, um unsere Beauty-Kunden, unsere Fachbereiche wie Marketing und Forschung sowie unsere Mitarbeiter zu unterstützen“, zitierte das Unternehmen Asmita Dubey, Chief Digital and Marketing Officer von L'Oréal, in der Mitteilung. Emmanuel Marill, Geschäftsführer für die Region Europa, Naher Osten und Afrika bei OpenAI, erklärte laut der Mitteilung: „L'Oréal verbindet seit langem Wissenschaft, Kreativität und Technologie, um die Zukunft der Beauty-Branche zu gestalten.“

L'Oréal ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Kosmetikkonzern und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 44,05 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 95.000 Mitarbeiter weltweit und vertreibt Produkte über 40 internationale Marken. Auch in Deutschland ist L'Oréal den Angaben zufolge Marktführer im Kosmetikbereich und betreibt unter anderem eine Fabrik in Karlsruhe. In Deutschland, Österreich und der Schweiz beschäftigt der Konzern rund 3.000 Mitarbeiter.

Neue Produkte

Im Heft