Automatisierung setzt sich in der Handelslogistik zunehmend durch, doch Robotik und Künstliche Intelligenz stecken vielerorts noch in den Anfängen. Das zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute. Hohe Investitionskosten bremsen demnach den technologischen Wandel.
Zwei Drittel der befragten Handelsunternehmen nutzen laut der Studie „KI und Automatisierung in der Handelslogistik 2026“ bereits automatische Lagersysteme. Den Automatisierungsgrad ihrer logistischen Prozesse schätzen die Unternehmen im Durchschnitt allerdings nur auf 5,3 von 10 Punkten. Als größte Hürde nannten 69,4 Prozent der Befragten die hohen Investitionskosten. „Automatisierung ist vom Optimierungsprojekt zur strategischen Notwendigkeit geworden“, erklärte Studienautor Niklas Stanislawski laut der Mitteilung des EHI.
Deutlich weniger verbreitet sind robotische Systeme. Die durchschnittliche Nutzung liegt den Angaben zufolge bei lediglich 2,8 von 10 Punkten. Wo Robotik bereits zum Einsatz kommt, konzentriert sie sich vor allem auf Lagerung (34,3 Prozent), Kommissionierung (31,4 Prozent) und innerbetriebliche Transporte (25,7 Prozent). Dennoch betrachten 41,7 Prozent der Unternehmen Robotik nach eigenen Angaben als wichtige Ergänzung oder zentrale Komponente ihrer langfristigen Logistikstrategie.
EHI-Studie: KI-Einsatz scheitert oft an der Integration
Auch Künstliche Intelligenz spielt in der Handelslogistik bislang eine untergeordnete Rolle. Die Unternehmen bewerteten ihren KI-Einsatz im Durchschnitt mit 2,6 von 10 Punkten. Am häufigsten kommt KI laut der Studie bei Nachfrage- und Absatzprognosen zum Einsatz – 47,2 Prozent der Befragten nutzen sie dafür. Als größte Herausforderung sehen 61,1 Prozent der Unternehmen die Integration in bestehende Systeme und Prozesse. „Die technologische Entwicklung verläuft derzeit schneller als die organisatorische Anpassung vieler Unternehmen“, ordnete Tobias Röding vom EHI die Ergebnisse ein.

An der Online-Befragung nahmen nach Angaben des EHI 36 Handelsunternehmen teil. Der Großteil davon erwirtschaftete demnach im Geschäftsjahr 2025 mindestens eine Milliarde Euro Umsatz. Die Erhebung fand zwischen dem 24. März und dem 15. Mai statt. Die Studie steht kostenfrei zum Download bereit.