Der seit Ende Februar andauernde Iran-Konflikt hat nach Einschätzung von Rewe-Chef Lionel Souque nur begrenzte Auswirkungen auf die Lebensmittelbranche in Deutschland. „Es gibt dort keine wichtigen Rohstoffe, anders als damals zu Beginn des Ukraine-Konflikts“, sagte Souque mit Blick auf die russische Vollinvasion 2022, die zunächst Preisexplosionen beim Sonnenblumenöl ausgelöst hatte.
Eine Einschränkung machte Souque bei seinem Auftritt beim Supermarkt des Jahres 2026 in der Essener Zeche Zollverein dann aber doch: „Viele Kunden in Europa sind verunsichert und achten noch stärker auf ihr Geld. Deshalb setzt sich ein Trend fort, der in Europa nicht neu ist: Der Aktionsanteil am Umsatz steigt, und die Menschen wechseln tendenziell von Markenartikeln zu Eigenmarken.“
Auch könne sich die Lage noch durchaus verschärfen, räumte der Chef des Handelsriesen ein: „Wenn die Krise im Iran allerdings länger dauern und die Energiekosten langfristig hoch bleiben würden, dann hätte das zwar keinen direkten Effekt auf die Rohstoffe, aber sicher auf Verpackungen – egal ob Glas, Plastik oder Karton – und damit indirekt auf unsere Preise und auch auf die Transportkosten.“
Souque: „Vom Umsatz geht es uns gut“
Mit der Entwicklung seines Konzerns zeigte Souque sich zufrieden und verwies auf einen Außenumsatz von mehr als 100 Milliarden Euro, den Rewe im vergangenen Jahr erzielte. „Vom Umsatz geht es uns gut.“ Laut Nielsen und GfK habe man unter den Vollsortimentern im vergangenen Jahr die beste Umsatzentwicklung gehabt.
Zu kämpfen hat der Konzern in diesem Jahr allerdings in seiner Touristiksparte – und das hat mit dem Iran-Krieg zu tun. „Seit zehn Wochen reißen die Umsätze total ab.“ Die Menschen buchten keinen Urlaub mehr, höchstens noch in Europa. Das Geschäft mit Reisen nach Asien, in den Nahen Osten oder nach Mauritius sei dagegen zum Erliegen gekommen.