Die deutsche Factoring-Branche hat im Jahr 2025 trotz anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen ein deutliches Wachstum erzielt. Das Umsatzvolumen der Mitgliedsunternehmen erreichte im Vergleich zum Vorjahr ein neues Rekordniveau von 423,5 Milliarden Euro (ein Plus von 6,2 Prozent).
Wichtige Rolle als Finanzierungspartner
Besonders bemerkenswert erscheint diese Entwicklung vor dem Hintergrund eines lediglich moderaten Wachstums des deutschen Bruttoinlandsprodukts von insgesamt rund 0,2 Prozent. Die Factoring-Quote erhöhte sich entsprechend auf 9,5 Prozent. Factoring konnte sich daher erneut anscheinend als wichtiger Stabilitätsfaktor in der Unternehmensfinanzierung erweisen, insbesondere für die Sicherung nationaler Waren- und Wertschöpfungsketten.
Die Branche habe auch in einem von Unsicherheiten geprägten Jahr ihre wichtige Rolle als Finanzierungspartner der Wirtschaft unter Beweis gestellt. Das sagt Stefan Wagner, Sprecher des Vorstandes.
Nationales Geschäft mit klarem Plus
Wachstumstreiber war 2025 vor allem das nationale Factoring-Geschäft, dessen Umsatz um acht Prozent auf 302,9 Milliarden Euro zulegte. Das internationale Factoring entwickelte sich dagegen verhaltener und erreichte ein Wachstum von 1,9 Prozent auf 120,5 Milliarden Euro. Während das Export-Factoring leicht zulegen konnte, verzeichnete das Import-Factoring einen Rückgang um minus 2,8 Prozent.
Insgesamt nutzten 112.000 Kunden die Factoring-Angebote der Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Die Branche beschäftigte 2025 rund 6.600 Mitarbeiter. Das ist ein Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Vorsichtiger Blick auf das laufende Jahr
Bei den Branchen blieb der Handel erneut stärkster Factoring-Sektor, gefolgt vom Gesundheitswesen und dem Ernährungsgewerbe. Im Bereich der Factoring-Arten dominierte weiterhin das Inhouse-Factoring mit einem Anteil von 65 Prozent.
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung blickt die Branche vorsichtig auf das Jahr 2026. Die Verbandsmitglieder bewerten die wirtschaftlichen Aussichten lediglich mit der Note 2,6. Gründe hierfür sind insbesondere hohe Energiepreise, geopolitische Spannungen, zunehmende Bürokratie sowie Unsicherheiten in internationalen Lieferketten.
Wagner: Strukturelle Reformen dringend geboten
Die deutsche Factoring-Branche sieht dennoch Chancen: Geplante staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung könnten zusätzliche Impulse liefern. Gleichzeitig sei die Notwendigkeit struktureller Reformen und eines konsequenten Bürokratieabbaus zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland dringend geboten, so Wagner.
Mit seinen aktuell 47 Mitgliedsunternehmen repräsentiert der Deutsche Factoring-Verband rund 97 Prozent des organisierten Factoring-Umsatzes in Deutschland.