Startschuss für die neue kreislauffähige Supermarkt-Generation aus Holz: In Berlin wird heute der Rewe Green Farming Markt eröffnet. „Mit Rewe Green Farming entwickeln wir unsere Green-Building-Strategie weiter und verbinden kreislauffähiges Bauen mit urbanem Lebensmittelanbau.“ Das erklärt Peter Maly, Vorstand der Rewe Group.
Auch im Betrieb schließt sich der Kreislauf
Kernelement der neuen Supermarkt-Generation ist Holz. Der nachwachsende Rohstoff bietet aus Rewe-Sicht klare Vorteile gegenüber konventionellen Baumaterialien: Er speichert Kohlenstoff und dank der modularen Bauweise lassen sich die Hölzer demontieren und für ein zweites Leben aufbereiten.
Auch im Betrieb schließt sich nach Rewe-Darstellung der Kreislauf: Abwärme aus dem Markt, eine Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne sollen optimale Wachstumsbedingungen für den Stadtsalat auf dem Dach ermöglichen.
23 Tage vom Dach bis ins Regal
Was heute noch besonders wirkt, wird nach Auffassung von Peter Maly morgen zum Standard: „Unsere neue Supermarkt-Generation geht jetzt in Serie. Dank der modularen Bauweise können wir die Dachnutzung optimal an den Standort anpassen. Wir planen bereits weitere Holzbau-Märkte in Deutschland.“
Nur 23 Tage braucht der Pflücksalat vom Dach bis ins Regal. Hinter dem visionären Anbaukonzept steckt ECF Farmsystems: Das Berliner Unternehmen betreibt in Zukunft die gläserne Dachfarm. Das Team um Gründer Nicolas Leschke steht für innovative Lebensmittelproduktion im städtischen Raum. Ab Sommer wird der erste Salat vom Supermarktdach geerntet.
500 Supermärkte aus der Region werden beliefert
Der Lankwitzer Pflücksalat aus dem Rewe Green Farming Berlin enthält die Sorten Kopfsalat, Römersalat, Lollo Rosso und dunkelgrüner Easy Leaf Salat. Die Pflanzen durchlaufen in der Dachfarm einen automatisierten, hydroponischen Anbauprozess – nahezu ohne Erde. „Der Salat wächst auf speziellen Trays, die mehrmals am Tag mit einer Nährlösung geflutet werden“, erklärt ECF-Geschäftsführer Leschke.
Nach der täglichen Ernte wird der Salat im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf vor Ort oder den Transport vorbereitet. Perspektivisch wachsen im Jahr bis zu 900.000 Salatmischungen in der Dachfarm. Rewe beliefert damit rund 500 Supermärkte in der Hauptstadtregion.
72 Säulen aus gestapelten Holzbalken
Auf dem Dach zieht die gläserne Salatfarm die Aufmerksamkeit auf sich – im Inneren bestimmt die Holzkonstruktion den Raum. 72 Säulen aus gestapelten Balken formen die luftige Markthalle. Das Besondere: Die Konstruktion verschwindet nicht hinter einer Verkleidung. Das Naturmaterial ist bewusst sichtbar und prägt den Charakter der Markthalle.
Für Friedrich Ludewig, Director beim verantwortlichen Architekturbüro ACME, ist die Eröffnung in Berlin ein wichtiger Meilenstein: „Der Berliner Markt ist das Ergebnis von zehn Jahren gemeinsamer Arbeit. Seit 2016 arbeiten ACME und REWE an dem modularen Konzept, das flexibel für jeden Standort konfiguriert werden kann. Rewe Green Farming ist eine Markthalle für das 21. Jahrhundert, die Frische und lokale Produkte zelebriert und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt.“
Rewe Green Buildings bereits 2009 gestartet
Bereits im Jahr 2009 startete Rewe in Berlin-Rudow den Bau der Rewe Green Buildings – seither wurden bundesweit über 350 dieser energiesparenden Supermärkte errichtet. Die Weiterentwicklung des Bautyps gipfelte 2021 im Bau des ersten kreislauffähigen Supermarkts in Wiesbaden-Erbenheim. Aus dem Pilotmarkt entwickelten Rewe und ACME den Prototypen für die neue Green-Building Generation. Von Berlin aus geht der neue Bautyp mit variabler Dachnutzung in Serie.
„Unsere neuen Green Buildings sind ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zukunft des Bauens aussehen muss: kreislauffähig, mit der richtigen Materialwahl und immer mit Blick auf die Umweltauswirkungen des Bauens.“ Das erklärt Klaus Wiens, Head of Filialbau bei Rewe.
Platz für 20.000 Artikel auf 2.150 Quadratmetern
Eine große Fensterfront am Eingang des Marktes und das umlaufende Lichtband fluten das Marktinnere mit Tageslicht. Im Zusammenspiel mit den sieben Meter hohen Decken entsteht ein weitläufiger Marktplatz. Das Sortiment greift dieses Wochenmarkt-Ambiente auf: Die rund 2.150 Quadratmeter große Verkaufsfläche bietet Platz für über 20.000 Artikel. Produkte der Eigenmarke Rewe Regional sowie Erzeugnisse von 20 regionalen Lieferanten – darunter Candé Natura, Hemme Milch und Mampe Berlin – bringen heimische Vielfalt direkt ins Regal.
Zahlreiche Services sollen Einkaufs-Erlebnis schaffen
Zahlreiche Services sorgen nach Angaben von Felix Thomas im Markt dafür, dass der Einkauf ein Erlebnis wird. An der zehn Meter langen Frischetheke gibt das Fachpersonal individuelle Empfehlungen. Die Hotbar hält warme Snacks und Gerichte bereit, die Salatbar lockt mit dutzenden Sorten für den persönlichen Salatmix. An der Sushibar bereitet das Team von Eat Happy täglich frisches Sushi, Bowls und Sommerrollen zu. Bei Kaffee und Gebäck kann auf der großen Terrasse der Bäckerei Steinecke Sonne getankt werden.
Neben den vier mit Mitarbeitern besetzten Kassen ermöglichen sieben Selbstscan-Kassen einen unkomplizierten Einkauf ohne lange Wartezeit. Mit Scan&Go können Produkte direkt beim Einkauf per Handscanner oder Smartphone erfasst werden – bezahlt wird an der Expresskasse, ohne erneutes Auspacken.