GfK-Konsumklimaindex Iran-Krieg lässt Verbraucherstimmung einbrechen

Der Iran-Krieg und seine Folgen drücken das Konsumklima in Deutschland deutlich. Die Einkommenserwartungen der Verbraucher rutschen wieder in den pessimistischen Bereich. 60 Prozent der Deutschen rechnen mit dauerhaft hohen Energiepreisen.

Donnerstag, 26. März 2026, 15:55 Uhr
Manuel Glasfort
Die Einkaufstüten der Verbraucher dürften in naher Zukunft weniger prall gefüllt sein, glaubt man dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM). Bildquelle: AdobeStock

Das Konsumklima in Deutschland hat sich deutlich eingetrübt. Der Konsumklima-Indikator sinkt den Erwartungen der Verbraucher nach für April 2026 auf minus 28 Punkte, wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilte. Im Monat März hatte er noch bei minus 24,8 Punkten gelegen. Grund für den deutlichen Rückgang um 3,2 Punkte ist der Iran-Krieg, der die Verbraucherstimmung belastet.

Besonders stark betroffen sind die Einkommenserwartungen der Verbraucher. Sie gingen um 12,6 Punkte zurück und liegen nun bei minus 6,3 Punkten wieder im pessimistischen Bereich. Seit Jahresbeginn hatten sie sich noch im Plus befunden. Die Entwicklung führt das Institut auf die Eintrübung der Konjunkturerwartungen und gestiegene Energiepreise zurück, die Inflationsängste schüren.

Auch die Konjunkturerwartungen verschlechterten sich spürbar. Der Indikator verlor 11,2 Punkte und fiel auf minus 6,9 Punkte. Ein schlechterer Wert wurde zuletzt im Dezember 2022 mit minus 10,3 Punkten gemessen. Viele Verbraucher befürchten laut der Mitteilung, dass der vorsichtige Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen Dämpfer erhalten könnte, vor allem wenn der Konflikt länger andauert.

 Konsumklima Grafik

Die Anschaffungsneigung blieb im März noch weitgehend stabil und verzeichnete mit minus 10,9 Punkten nur moderate Verluste. Auch die Sparneigung stabilisierte sich auf einem sehr hohen Niveau von 18,5 Punkten, nachdem sie im Februar einen neuen Höchststand seit 2008 erreicht hatte.

„Mit dem Rückgang auf minus 28 Punkte zeigt sich eine spürbare Eintrübung des Konsumklimas“, zitierte das Institut Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, in der Mitteilung. „Zwar reagieren die Anschaffungsneigung und die Sparneigung im Moment noch wenig auf die geopolitischen Ereignisse im Iran, aber die Verbraucher erwarten, dass die Inflation durch die gestiegenen Energiepreise wieder anzieht, und die wirtschaftliche Erholung erneut gebremst wird.“

Eine parallel durchgeführte Studie des Instituts zeigt, dass 60 Prozent der Deutschen davon ausgehen, dass die Preise für Öl, Gas und Benzin dauerhaft hoch bleiben. Über 90 Prozent der Befragten, die eine wesentliche Verschlechterung ihrer Einkommenssituation erwarten, gehen zudem davon aus, dass die Welt in den kommenden Jahren infolge des Krieges unsicherer wird. Die Erhebung basiert auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die zwischen dem 5. und 16. März 2026 im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt wurden.

Anzeige

Moment zum gemeinsamen Genießen

Chinesisches Neujahrsfest mit Lee Kum Kee

Zum chinesischen Neujahr 2026 präsentierte Lee Kum Kee die Kampagne „Momente zum gemeinsamen Genießen“.
Mehr erfahren

Neue Produkte

Regional-Star 2025 - Die Nominierten