Die Gewerkschaft Verdi verlangt für die Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel 7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro im Monat. Darauf einigte sich die Tarifkommission, wie Verdi mitteilte. Zudem fordert die Gewerkschaft einen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die neuen Tarifverträge sollen eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
„Angesichts steigender Preise für Miete, Energie und Lebensmittel ist es dringend notwendig, die Einkommen spürbar zu erhöhen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Henrike Eickholt. „Gute Arbeit im Einzelhandel muss endlich auch zu einem Einkommen führen, von dem die Beschäftigten leben können.“ Eickholt betonte zudem, viele Beschäftigte arbeiteten in Teilzeit oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen und wüssten am Monatsende kaum, wie sie ihre Kosten decken sollten. Es gehe auch darum, den Beruf attraktiver zu machen und langfristig Fachkräfte zu sichern.
Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen zurück. „Die Tarifforderungen von Verdi liegen jenseits der Belastungsgrenzen für die Branche“, erklärte Christopher Ranft, Verhandlungsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen. Die Branche befinde sich weiterhin in einer schwierigen Lage angesichts zunehmender Insolvenzen und rückläufiger Verbraucherstimmung. Man müsse in dieser Tarifrunde eine Einigung mit Augenmaß suchen.
Die Tarifverhandlungen beginnen am 24. April zunächst in den Tarifbezirken Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Baden-Württemberg. Der aktuelle Tarifvertrag endet am 30. April. Bis dahin gilt die Friedenspflicht. Im nordrhein-westfälischen Einzelhandel arbeiten laut Verdi rund 734.000 Menschen. Bereits andere Verdi-Tarifbezirke in Westdeutschland beschlossen Forderungen in gleicher Höhe.
