Nonfood-Discounter Kik schließt 300 Filialen in Europa – 135 davon in Deutschland

Kik macht in diesem Jahr europaweit rund 300 Geschäfte zu. Geschäftsführer Christian Kümmel schließt weitere Schließungen in den kommenden Jahren nicht aus. Kündigungen soll es trotzdem nicht geben – die Beschäftigten sollen in anderen Filialen weiterarbeiten.

Dienstag, 24. März 2026, 09:24 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Das 1994 gegründete Unternehmen mit Sitz in Bönen ist in 14 europäischen Ländern vertreten und erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Bildquelle: Kik

Der Textil- und Haushaltswaren-Discounter Kik schließt in diesem Jahr europaweit rund 300 Filialen. Allein in Deutschland fallen 135 Standorte weg. Das gab Geschäftsführer Christian Kümmel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Gleichzeitig eröffnet das Unternehmen 75 neue Filialen, sodass die Gesamtzahl bis Ende 2026 auf gut 4.000 Geschäfte in Europa sinkt – davon rund 2.200 in Deutschland.

„Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurück“, sagte Kümmel laut der Mitteilung. In einigen Fällen lägen Filialen weniger als einen Kilometer auseinander. Die bisherige Wachstumsstrategie, mit jeder neuen Filiale automatisch mehr Kunden zu gewinnen, sei „nicht 100-prozentig aufgegangen“. Alle verbleibenden Standorte seien profitabel. Kümmel schloss nicht aus, dass das Filialnetz in den kommenden Jahren weiter schrumpft.

Eine Liste der betroffenen Geschäfte legte das Unternehmen nicht vor. Zahlreiche Beschäftigte seien bislang nicht über die Schließungen informiert worden. Kümmel kündigte an, die Mitarbeiter der betroffenen Filialen in anderen Geschäften weiterzubeschäftigen. Kündigungen seien nicht geplant.

Kik beschäftigt nach eigenen Angaben rund 32.000 Menschen, davon 19.000 in Deutschland. Bereits im September 2025 hatte das Unternehmen angekündigt, unrentable Filialen schließen zu wollen. Schon in der Vergangenheit habe Kik jährlich etwa 100 Standorte aufgegeben, die Zahl der Neueröffnungen habe dies jedoch stets übertroffen.

Kik spürt Kaufzurückhaltung und wachsenden Wettbewerbsdruck

Den Angaben zufolge spürt Kik die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. „Zwar erhält der Discount insgesamt Zulauf. Wir sehen aber, dass der ein oder andere Einkauf weggelassen wird“, sagte Kümmel. Zudem wachse der Wettbewerbsdruck – sowohl durch stationäre Konkurrenten wie Woolworth, NKD und Action als auch durch asiatische Onlineplattformen wie Shein und Temu.

An seinem Kerngeschäft als Textildiscounter will Kik dennoch festhalten. Rund 60 Prozent des Sortiments entfallen auf Textilien, der Rest auf Haushaltswaren und Dekoartikel. Hauptzielgruppe bleiben Frauen zwischen 30 und 60 Jahren mit ihren Familien.

Das 1994 gegründete Unternehmen mit Sitz in Bönen ist in 14 europäischen Ländern vertreten und erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Die Filialschließungen reihen sich in einen branchenweiten Trend ein: Die Zahl der Geschäfte im stationären Einzelhandel dürfte laut einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland in diesem Jahr auf unter 300.000 sinken – Ende 2015 waren es noch rund 372.000. Die Zahl der Insolvenzen in der Branche lag den Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade zufolge 2025 mit 2.571 Fällen auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.

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