Der Onlinehandel in Deutschland hat im Jahr 2024 erstmals seit 2021 wieder ein Umsatzwachstum verzeichnet. Die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops steigerten ihren Netto-E-Commerce-Umsatz um 3,8 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro, wie aus einer Studie des EHI Retail Institute und der ECDB hervorgeht.
Das Wachstum wird dabei hauptsächlich von den zehn größten Onlineshops getragen. Diese legten um 8 Prozent zu, während die übrigen 990 Shops nur ein Plus von 1,3 Prozent erreichten. „Der Markt bleibt somit stark konzentriert. Große Anbieter wachsen schneller und sichern sich einen immer größeren Anteil am Gesamtmarkt“, erläutert ECDB-Chef Friedrich Schwandt laut der Mitteilung. Die Top 10 vereinen demnach 38,8 Prozent des Gesamtumsatzes auf sich.
Amazon (15 Milliarden Euro), Otto (4,4 Milliarden Euro) und Zalando (2,6 Milliarden Euro) führen die Rangliste weiterhin an. Neu in den Top 10 sind der chinesische Anbieter Shein mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro auf Platz sieben sowie Rewe mit 920 Millionen Euro auf Rang neun. „Neben den etablierten Playern gewinnen zunehmend auch Anbieter des täglichen Bedarfs an Bedeutung“, sagt EHI-Experte Lars Hofacker.
Bei den Marktplätzen schob sich der chinesische Anbieter Temu mit einem Bruttohandelsvolumen von 3,4 Milliarden Euro neu in die Top 5. Das Unternehmen erzielte dabei ein Wachstum von 285 Prozent. „Das verdeutlicht, wie stark der Wettbewerbsdruck im E-Commerce steigt“, erklärt Hofacker. Für das laufende Jahr erwarten die Studienautoren bei den Top-1.000-Onlineshops ein nominales Wachstum von 5,3 Prozent.

