Wirtschaftliche Lage Regelinsolvenzen in Deutschland steigen deutlich an

Im Mai 2025 meldeten die Amtsgerichte  2.036 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 5,3 Prozent mehr als im Mai 2024. Das geht aus einem Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. 

Montag, 11. August 2025, 10:22 Uhr
Thomas Klaus
Mehr Insolvenzen: Die steigende Zahl spricht für eine wenig entspannte wirtschaftliche Situation in Deutschland. Bildquelle: Getty Images

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland stieg im Juli 2025 deutlich. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete einen Zuwachs von 19,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies ist die höchste Steigerungsrate seit Oktober 2024.

Von den Insolvenzverfahren in Deutschland sind rund 30 Prozent Regelinsolvenzverfahren, zu denen in erster Linie alle Verfahren von Unternehmen zählen. Außerdem geht es um wirtschaftlich tätige Personen wie zum Beispiel persönlich haftende Gesellschafter oder Mehrheitsgesellschafer.

Ziel des Verfahrens: Die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung sollen reguliert werden. Das Verfahren wird beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt. Nach Eröffnung des Verfahrens wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt. 

Gläubiger-Forderungen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro

Bei den Unternehmensinsolvenzen verzeichneten die Amtsgerichte im Mai 2025 einen Anstieg von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Unternehmen beantragten insgesamt 2036 Insolvenzen. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf rund 3,2 Milliarden Euro, etwas weniger als im Mai 2024 mit 3,4 Milliarden Euro.

Am stärksten betroffen war der Wirtschaftsbereich Verkehr und Lagerei mit 10,9 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Es folgten das Baugewerbe mit 9,4 Fällen und das Gastgewerbe mit 9,0 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Insgesamt lag die Insolvenzhäufigkeit in Deutschland bei 5,9 Fällen je 10.000 Unternehmen.

Verbraucherinsolvenzen steigen um 16,1 Prozent

Auch die Verbraucherinsolvenzen stiegen deutlich. Im Mai 2025 meldeten die Gerichte bei den Verbrauchern 6.605 Insolvenzen, was einem Zuwachs von 16,1 Prozent gegenüber dem Mai 2024 entspricht.

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass die Insolvenzstatistik nur Geschäftsaufgaben im Rahmen von Insolvenzverfahren erfasst. Schließungen aus anderen Gründen oder vor dem Eintreten akuter Zahlungsschwierigkeiten bleiben unberücksichtigt. Zudem basieren die vorläufigen Daten für Juli 2025 auf aktuellen Insolvenzbekanntmachungen aller Amtsgerichte und gelten als experimentelle Daten.

Bei der Interpretation der Zahlen ist zu beachten, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen etwa drei Monate früher.

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