Rewe West Spanisches Temperament an deutsche Theken!

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Pilotprojekt der Rewe West: Zwölf junge Spanier wollen im Herbst eine Ausbildung in Köln und Düsseldorf starten.

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Manchmal muss man die Gelegenheit einfach beim Schopf fassen! Die Personalentwickler der Rewe West haben nicht lang gefackelt und ein Projekt angestoßen, mit dem sie zusätzliche Auszubildende für den Servicebereich rekrutieren. Erst Anfang des Jahres hat eine deutsche Wirtschaftsschule in Barcelona angefragt, ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Schon im Herbst sollen zwölf junge Spanier eine Ausbildung in Deutschland beginnen.

Friedhelm Scholz, Leiter der Personalentwicklung, und Tim König, der als Personalentwickler das Projekt betreut, kannten zwar die Statistik, die besagt, wie viele junge Menschen in Spanien derzeit arbeitslos sind. Aber wie verzweifelt die Lage tatsächlich für viele dort ist, konnten sie vorher nur erahnen. Jetzt, nachdem sie mit insgesamt vier Kollegen vor Ort in Barcelona waren, können sie die Hoffnungslosigkeit nachempfinden. Aber auch die Motivation, die die Bewerber antreibt. Manche Kandidaten waren die ganze Nacht im Bus unterwegs, um mit den potenziellen Arbeitgebern zu sprechen.

Friedhelm Scholz kann viele Beispiele schildern, wie das einer Frau, die erfolgreich ein BWL-Studium abgeschlossen hat, aber trotzdem in ihrer Heimat keine feste Anstellung findet. Sie will in Deutschland einen Neustart wagen, eine Ausbildung und anschließend mit ihrem gesammelten Wissen Karriere machen. Beide Seiten wurden sich einig: Gemeinsam mit elf Mitstreitern reist sie schon Anfang Juli nach Köln, um ein Praktikum zu absolvieren.

Die deutsche Schule in Barcelona (mit Namen Feda) hat zu Jahresbeginn über 800 (!) Bewerbungen gesichtet und eine Vorauswahl getroffen. Das Rewe-Team, bestehend aus Verkaufsleitern und Personalentwicklern, hat im März ein Wochenende in Barcelona verbracht und mit knapp 30 Interessenten gesprochen. Diese kommen aus ganz Spanien, sind 18 bis 31 Jahre alt und haben mindestens ein Abschlusszeugnis in der Tasche, das man mit einem Realschulabschluss vergleichen kann. Zwölf davon haben einen so guten Eindruck hinterlassen, dass die Rewe West mit ihnen das Pilotprojekt startet.

An den Deutsch-Kenntnissen mangelt es noch bei den meisten“, sagt Tim König, der selbst ganz passabel Spanisch spricht. Deshalb besuchen die Zwölf derzeit einen dreimonatigen Intensiv-Sprachkurs. Auch nach ihrer Ankunft in Deutschland besuchen sie weiter eine Sprachschule. Die Finanzierung der Sprachschule und einige weitere Ausgaben sollen über das Förderprogramm „MobiPro-EU“ laufen. Die Anträge sind gestellt, aber aktuell noch nicht bewilligt – die Reweaner hoffen, dass sie noch in den Genuss der Zuwendungen kommen. Das könnte schwierig werden, weil die Fördermittel für 2014 bereits erschöpft sind.

Beim Service drückt der Schuh

Friedhelm Scholz, Leiter der Personalentwicklung Rewe West, ist mit Kollegen nach Spanien gereist, um Bewerbergespräche zu führen. Im Sommer reisen nun zwölf junge Spanier nach Köln, um ein Praktikum in Rewe-Märkten zu absolvieren.

Herr Scholz, warum sind Sie im Ausland auf der Suche nach Azubis?
Die Rewe West erhält zwar noch genügend Bewerbungen von jungen Menschen, die in Deutschland leben, allerdings wollen diese die „normale“ Ausbildung im Lebensmittelhandel machen. Kaum einer davon will im Servicebereich arbeiten, da drückt uns der Schuh! Auf der anderen Seite ist die Jugendarbeitslosigkeit in manchen europäischen Ländern extrem hoch. Da bietet es sich doch an, zu schauen, ob wir dort engagierte Jugendliche für uns gewinnen können.

Wie kommt es, dass Sie ausgerechnet in Barcelona Bewerber getroffen haben?
Das hat sich zufällig ergeben, weil wir dort gemeinsam mit dem Berufskolleg an der Lindenstraße in Köln ein anderes Projekt verfolgt haben. In diesem Zusammenhang hat uns die Feda, eine deutsche Wirtschaftsschule, angesprochen. Dieses Ausbildungszentrum bietet das System der dualen Berufsausbildung für dortige Betriebe an. Die Lehrer haben uns enorm unterstützt, indem sie eine Vorauswahl der Bewerber getroffen und bei den Gesprächen mit den Spaniern übersetzt haben.

Was erwarten Sie im günstigsten Fall von den spanischen Auszubildenden, die Sie ab Herbst unter Vertrag nehmen wollen?
Wir freuen uns auf zwölf neue Kolleginnen und Kollegen, die mit Herz und Seele an den Bedienungstheken arbeiten und dabei das Gesicht der Rewe vertreten. Klasse wäre esnatürlich, wenn sie längerfristig bei uns bleiben und uns nicht gleich nach der Ausbildung wieder verlassen.