Bildquelle: Getty Images

Fertiggerichte Nicht nur eine Frage der Zeit

Seitenindex

Die Akzeptanz für Fertiggerichte wächst, auch wenn die Darstellung in den Medien nicht immer die beste ist. Den Anspruch auf bewusste Ernährung wird bedient. Die Markenartikler bieten vor allem Mehrwert.

Anzeige

Time is money. Kein Wunder, dass immer mehr Bundesbürger Fertiggerichte kaufen. Zeit oder besser nicht vorhandene Zeit ist inzwischen ein wichtiger Faktor beim Essen. Der Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft belegt, dass der Trend zu schnell zuzubereitenden Gerichten weiter an Tempo gewinnt. Zwischen 2015 und 2016 stieg die Zahl der Konsumenten, die Wert auf eine Zeit sparende Zubereitung legen, um 10 Prozenpunkte auf 55 Prozent. Besonders relevant sind Fertiggerichte in der Gruppe der 19- bis 29-Jährigen. Hier greifen 60 Prozent zu Convenience-Produkten.

Bislang kauft mehr als Hälfte der Shopper Fertiggerichte überwiegend spontan. Doch der Anteil von Plankäufen bei den Convenience-Produkten steigt und liegt jetzt bei knapp 40 Prozent.

Mit dem Begriff Convenience verbinden Konsumenten nach Erkenntnissen von Mars heute mehr als nur eine schnelle Zubereitung. Relevant für die Kaufentscheidung sei das Zusammenspiel von Convenience, Geschmack und ausgewogener Ernährung. Bis 2021 soll im Portfolio durchschnittlich 20 Prozent weniger Salz eingesetzt und bis 2018 der Zuckereinsatz bei ausgewählten Saucen und Zwischenmahlzeiten reduziert werden.

Auch bei Sonnen Bassermann stehen die Themen Clean Label sowie Zucker- und Salzeinsparungen ganz oben auf der Agenda. Dazu kommen vegane und vegetarische Angebote. Diese Ernährungsformen seien „in der Mitte der Gesellschaft angekommen und demzufolge steigt die Nachfrage“, sagt Stephan Schmidt, Commercial Director Deutschland.

Aktuell wird das Angebot mit vier vegetarischen Suppen im 480-ml-Glas ausgebaut. Darin wird auch eine Premiumisierung der Kategorie über neue Verpackungskonzepte mit höherem Durchschnittpreis gesehen (UVP: 2,49 Euro). Alle vier Varianten kennzeichnet ein Gemüseanteil von mindestens 50 Prozent, und sie tragen das V-Label vom Vegetarierbund Deutschland. Jüngere Verbraucher seien aufgeschlossener für frische Produkte und suchten auch nach alternativen Gebinden für Dosen, heißt es bei Struik.

Diese Aufgeschlossenheit zeigen sie aber auch bezüglich der Instant-Fertiggerichte. Diese bescherten dem Handel im vergangenen Jahr einen Mehrumsatz von fast 15 Prozent (exklusive Instantsuppen). Das Wachstum kommt fast ausschließlich aus dem Markenbereich.

Alexander Drees, Brand Director Maggi, stellt die Instant-Cups als besonders dynamisches Segment heraus und fügt an: „Innerhalb des Bechermarktes legen asiatische Varianten ein überproportionales Wachstum vom 28 Prozent an den Tag. Und mit mehr als 250 Prozent tragen die 2015 eingeführten Maggi Magic Asia Noodle Cups entscheidend dazu bei.“ Eigene Studien belegten zudem eine stetig wachsende Probierfreude für „exotische Küchen“. Gefragter denn je sind laut Drees auch Varianten ohne Fleisch.

klare strukturen im Regal
Diesem Trend folgt Maggi mit der neuen Variante der 5-Minuten-Terrine „Pasta mit mediterranem Gemüse“. Sie kommt im April in den Handel und trägt, als Orientierungshilfe am Regal, das Veggie-Logo.

Das Fertiggerichte-Regal im LEH ist meist sehr komplex. Die Analysen bei Barilla ergeben, das 60 Prozent der Käufer leicht das passende Fertiggericht im Regal finden. Andererseits haben 40 Prozent manchmal Schwierigkeiten bei der Produktsuche. Problematisch sei, so die Analyse von Barilla, meist die Unterscheidung zwischen hochwertigen und Standard-Produkten, bedingt durch eine unübersichtliche Aufteilung. Daher präferiere der Shopper bei Fertiggerichten innerhalb des Regals eine klare Gliederung nach Sorten.

Mars Food bietet ebenso Mehrwert und zieht z. B. mit Mirácoli im Handel neue Käufer an. Seit Juli 2016 sind 13 Saucen auf dem Markt, die unterschiedliche Geschmacksansprüche bedienen und, je nach Sorte, Bio-Käufer erreichen. Bei den Bolognese-Saucen wurde auf den Zusatz von Fleisch verzichtet. Dieses oder vegetarische Alternativen können individuell zugefügt werden. Künstliche Konservierungs-, Farb- und Aromastoffe sind tabu. In den ersten vier Monaten des neuen Marktauftritts hat das Sortiment 200.000 neue Verwenderhaushalte gewonnen. Mit dazu beigetragen habe auch die Gratis-Testen-Aktion mit einer Einlösequote von rund 10 Prozent. Weiterhin setzt Mars Food auf kleine und große Verkostungsmodule direkt auf der Verkaufsfläche, die sich als unverändert effektiv erweisen.

Weight Watchers positioniert die Marke mit einem Bekanntheitsgrad von mehr als 80 Prozent deutlich stärker in Richtung bewusster und gesunder Ernährung.