Verpackung:Viel zu tun

Verpackung Viel zu tun

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Gut aussehend, gut anzufassen, ressourcenschonend, das Produkt am PoS ins Szene setzend: Die Verpackung muss eine Menge leisten.

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Sie ist das erste , was der Kunde im Regal wahrnimmt. Und in vielen Fällen entscheidet sie darüber, ob das Produkt in den Einkaufskorb gelegt wird. Mag der Inhalt sich noch so innovativ, interessant, nützlich oder schmackhaft nennen – stimmt die Verpackung nicht, dann hat auch das Produkt darin ein Problem. Dabei kommen viele, sehr unterschiedliche Parameter bei einer Verpackung zum Tragen – vom originären Nutzen, sprich den Schutz des verpackten Gutes, mal ganz abgesehen.

Dass nicht nur die inneren Werte zählen, das zeigte die „Touchpoint-Studie 2015“, die das Beratungsunternehmen Pointlogic im Auftrag des Fachverbands Faltschachtel-Industrie (FFI) und von Pro Carton erstellte. Touchpoints sind dabei alle Kanäle und Medien, mit denen eine Marke oder ein Produkt in Kontakt zum Konsumenten tritt. Für die Verpackung bedeutet dies: Sie muss nicht nur am PoS ganze Arbeit leisten, auch daheim beim Verbraucher trägt sie im Schrank, im Regal oder auf dem Frühstückstisch die Verantwortung, das Markenversprechen überzeugend zu transportieren – optisch und haptisch, also über den Tastsinn. Vor allem Faltschachteln entwickelten als Werbeträger eine beachtliche quantitative Reichweitenleistung. Generell gelte: Die Verpackung wird als Werbeträger immer noch unterschätzt.

Für deutsche Konsumenten muss eine Verpackung noch (mindestens) zwei weiteren Anforderungen genügen: Umweltfreundlich und praktisch muss sie sein. Knapp 76 Prozent der vom Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln und KPMG für das Consumer Barometer Befragten ist es wichtig, dass die Verpackung umweltfreundlich ist. „Recycling und Klimaneutralität stehen im Fokus: Mehr als acht von zehn Konsumenten bevorzugen im Allgemeinen wiederverwertbare Produktverpackungen“, heißt es in der Studie, „auf eine klimaneutrale Herstellung von Kartons, Tüten und Co. achten drei von vier Befragten.“ Bei Getränken (85 Prozent) und Lebensmitteln (82 Prozent) schauen die Befragten am häufigsten darauf (so die Studienautoren), ob Artikel in umweltfreundlichen Flaschen, Tüten oder Kartons stecken. Frauen sind danach besonders umweltbewusst: 92 Prozent von ihnen ist es wichtig, dass Getränkeverpackungen die Umwelt schonen (Männer: 78 Prozent). Mit einem ganzheitlichen Ansatz, so der Vorstandsvorsitzende der Edeka AG, Markus Mosa, will der Edeka-Verbund die Eigenmarken-Produkte von Edeka und Netto sukzessive umweltfreundlicher machen. Die Hamburger haben dazu mit dem WWF ein Bewertungssystem für Verpackungen erarbeitet. „Dieser systematische Ansatz ist bislang einmalig im deutschen Einzelhandel“, betont Mosa. Das Ziel: Produktverpackungen ökologisch einzustufen und Optimierungsmöglichkeiten zu erarbeiten, um den Anteil vorteilhafterer Verpackungen für wichtige Produkte und Produktgruppen im Eigenmarkensortiment zu erhöhen.

Aus Alt wird wieder Neu

60 Prozent der in Europa aus Karton hergestellten Faltschachteln bestehen aus recycelten Fasern (Quelle: Pro Carton). Aus Qualitätsgründen kann auf Frischholz nicht verzichtet werden. Dieses stammt in Europa aus FSCzertifizierten Wäldern.