Neue Sortimente Der Aufstieg des fleischfreien Segments

Seitenindex

Vegetarisch-vegane Produkte erobern im Lebensmittelhandel stetig mehr Regalmeter und neue Abteilungen. Dem neuen Profilierungssortiment räumen ersteHändler sogar Platz in der Bedientheke ein.

Anzeige

»Beinahe wöchentlich sind in den Regalen des Handels derzeit neue Veggie-Marken und neue fleischlose Produkte zu entdecken, zusehends breiter wird der vegetarisch-vegane Block im Kühlregal und Trockensortiment. Der Trend zur vegetarischen, veganen und flexitarischen Ernährung wird sich fortsetzen und verstärken, sind sich Handel und Markenartikel-Industrie einig.

Unterstützt wird die Einschätzung von den Marktzahlen: Nach Informationen des Vegetarierbund Deutschland (VEBU) steigt der Umsatz mit vegetarisch-veganen Fleischalternativen im Lebensmittel-Einzelhandel um rund 30 Prozent jährlich . 98 Mio. Euro brachte den Händlern 2014 der Verkauf von fleischfreien Würstchen, Schnitzel und Co. ein - damit wurde die bisherige Spitzenmarke von 2013 um rund 33 Prozent übertroffen. Noch schöner sehen die Zahlen bei der GfK aus: Demnach lagen die Umsätze für Fleischersatzprodukte 2014 bei 213 Mio. Euro . Im ersten Quartal 2015 ist der Umsatz mit Veggie-Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 27 Prozent auf 68 Mio. Euro gestiegen.

„Noch ist das vegetarisch-vegane Segment eine Nische - aber auch Nischen müssen wir besetzen und stärken“, sagt Edeka-Kaufmann Konrad Kreuzberg. Neben einer Erweiterung des Sortimentes in den SB-Regalen, investieren erste Händler nun in den aktiven Verkauf der fleischfreien Produkte. So unternehmen derzeit einzelne Edeka-Regionalgesellschaften den Versuch, die Produkte in der Bedienungstheke den Kunden nahezubringen. Seit März 2015 testet die Edeka Südwest in mehr als 70 Märkten eine sogenannte Vegithek, die in die Bedientheke integriert wird. Das Angebot umfasst Feinkostsalate, Tofu- und Lupinenschnitzel, Falafel, Hummus und vieles mehr. Die Offenbacher arbeiten hierfür mit einer Reihe namhafter Produzenten von vegetarischen und veganen Produkten zusammen. Die Händler können sich ihr Sortiment individuell zusammenstellen. „Unsere Märkte hatten auf die zunehmende Nachfrage nach einer breiten und tiefen Auswahl an veganen und vegetarischen Produkten bereits mit signifikanten Ausweitungen der Angebote im Bereich Selbstbedienung reagiert. Mit der Vegithek wollen wir, nach dem Erfolg mit dem Absatz von SB-Produkten, noch einen Schritt weiter gehen. Die Kunden profitieren von einer persönlichen und intensiven Beratung, können die gewünschte Menge individuell bestimmen und hinzu kommt, dass die Ware direkt verkostet werden kann“, heißt es aus Offenbach.