Bildquelle: Andrea Enderlein

Rewe-Markt Frankfurt Pole-Position

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Attraktiver Standort, kaufkräftige Kundschaft, aber jede Menge Wettbewerb – auch etablierter. Wie kann sich ein neuer Markt trotzdem durchsetzen?

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„Wenn ich das so genau wüsste“ , stöhnt Mohamed Abu-Yabes, Markt-Manager des funkelnagelneuen Rewe-Marktes in der Louis-Appia-Passage in Frankfurt. „Da musst Du schon mehr bieten als Freibier zur Eröffnung.“ Und sein Bezirksmanager Stefan Zizek ergänzt auf die Frage, wie sich sein Markt behaupten kann: „Dafür brauchen wir ein ganzes Bündel von Maßnahmen, Ideen und vor allem auch Engagement!“

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Rewe Louis-Appia-Passage Frankkfurt

  • Harter Wettbewerb im attraktiven Umfeld im neu entstehenden Frankfurter Ostend
  • Intensive Aktivitäten zur Integration in den Stadtteil
  • Hoher Anteil loser Ware im Geschäft
  • Hoher Anteil eigenproduzierter Artikel
  • Eigenmarken und Regionalmarke „Landmarkt“ zur zusätzlichen Profilierung
  • Erfolgsfaktoren: Technik, Sortiment, Atmosphäre und vor allem Mitarbeiter

Im Frankfurter Ostend nahe der Hanauer Landstraße entsteht gerade ein neues Wohngebiet. Altbauten werden attraktiv saniert, vieles neu gebaut, dazu gibt es im Umfeld der Europäischen Zentralbank eine Vielzahl von Büros. Auch der Main mit Hafengebiet ist nicht weit – ein attraktiver Standort, nicht nur für die Rewe, sondern auch für Edeka, Aldi, Lidl und andere. Und genau hier hat die Rewe im November 2016 einen neuen Markt eröffnet, 2.200 qm Verkaufsfläche, 26.000 Artikel, Öffnungszeiten von 7 bis 24 Uhr.

Für den Erfolg sorgen natürlich Standards: „Sauber und ordentlich“ will der Regionalmanager seine Märkte sehen, dazu übersichtlich, für Kunden gut zugänglich. „Du musst den Laden mit Leben erfüllen“, sagt Zizek, Atmosphäre sei wichtig, „es muss menscheln.“ Klar, dafür braucht es Mitarbeiter, aber vor allem auch „Typen“, quasi Hauptdarsteller, wie Zizek sagt, die auch für einzelne Abteilungen stehen. Die hohe Schule sei es dann, die Kunden ins Marktgeschehen mit einzubeziehen.

„Das haben wir intensiv gemacht“, sagt Abu-Yabes und zählt auf. Die Kleinen aus benachbarten Kindergärten kamen in der Vorweihnachtszeit zum gemeinsamen Backen, Senioren aus nahe gelegenen Heimen wurden mit Blumenspenden eingeladen, abgeholt und im Markt empfangen. Demnächst wird es Führungen im Markt geben, auch eine Aktion zur Ernährungsaufklärung ist geplant. „Der Aktionsplan für 2017 steht“, sagt Abu-Yabes.

Inseln des verpackungsfreien Konsums

Mehr als 90 Prozent der klassischen Lebensmittel sind verpackt. Die Funktion ist klar: Schutz bei Transportund Handling, Werbung, Information für Verbraucher. Dennoch entstehen immer mehr Inseln des verpackungsfreien Konsums. Was mit einigen wenigen kleinen Läden begann, die nur lose Ware anboten, findet sich jetzt auch im klassischen Supermarkt: Produkte zum Selbstabfüllen. Zur Auswahl stehen Nüsse, Süßigkeiten, Gewürze, Tee oder Kaffee. Das Angebot entspricht offenbar dem Wunsch der Kunden, nur soviel zu kaufen, wie sie brauchen und gleichzeitig Verpackung zu sparen. Theoretisch könnten die Produkte sogar günstiger sein, da die Verpackungskosten entfallen.

Natürlich muss sich der Markt auch übers Sortiment profilieren. Gleich am Eingang empfangen frische Blumen die Kunden. Mit eigener Blumenbinderei bietet Abu-Yabes einen besonderen Service. Auffallend ist das große Angebot an loser Ware: Tee, Müsli, Kaffee. Besonders auch: Produkte, die gezielt promotet werden sollen, werden im Regal durch einen Holzrahmen hervorgehoben.

Stolz sind die beiden Reweaner auf ihre Eigenproduktion. Fresh-Cut, Salatbar, Sandwiches, Feinkostsalate, Joghurt, Räucherfisch, Fleischkäse, Fleischwurst und mehr machen die Mitarbeiter selbst.