Bildquelle: Santiago Engelhardt

Bio Company Berlin Mittendrin

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Die 50. Filiale der Bio Company hätte vor 1990 auf dem ehemaligen Grenzstreifen, unweit des Übergangs Invalidenstraße, gestanden. Heute liegt sie im Herzen der Stadt, in der Nähe der BND-Zentrale, des Hauptsitzes der Deutschen Bahn, des Bundeswirtschaftsministeriums – um nur einige Nachbarn zu nennen. Wie er den Standort optimal nutzt, zeigt Geschäftsführer Georg Kaiser vor Ort persönlich.

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10 Uhr morgens, Berlin-Mitte, Chausseestraße/Ecke Invalidenstraße: Es ist leer in der Filiale der Bio Company an diesem normalen Mittwoch im November. Die Helligkeit des lang gestreckten Raums, die Großzügigkeit der Gänge, das zusätzliche Licht durch die kreisrunden, weißen LED-Deckensegel, die weißen Holzmöbel – die besondere Leichtigkeit der Filiale kommt natürlich ohne Kunden besonders gut herüber. Daneben wirkt der Back-Shop im Eingangsbereich, der von zwei Kühlregalen für Convenience-Produkte ergänzt wird, mit seinen Brot- und Backwaren sowie kleinen kalten und warmen Speisen für jede Tageszeit prall gefüllt. Aber diese Leere am frühen Morgen täuscht: „Diese Eröffnung ist eine unserer besten“, sagt Bio Company-Chef Georg Kaiser in seiner ruhigen, eindringlichen Art. 1999 hatte Kaiser mit seinem Partner Hubert Bopp das Unternehmen gegründet, seit dem geht das Wachstum stetig weiter – bewusst organisch, dem Selbstverständnis des Unternehmens entsprechend. Und bewusst standortorientiert. „Wir nehmen nicht jede Lage“, sagt Kaiser, der von den jetzt 50 Filialen in den nächsten fünf bis sechs Jahren auf 75 bis 80 kommen will.

Daten und Fakten
  • Der erste Laden der Bio Company wurde 1999 in Berlin Charlottenburg als „natürlicher Supermarkt“
    gegründet. Mittlerweile führt das Unternehmen 50 Filialen und ist Marktführer in Berlin/Brandenburg.
  • Neben den nun 39 Filialen in Berlin gibt es sechs in Brandenburg sowie drei in Hamburg und zwei in
  • Dresden. Im Juni 2014 wurde das erste Gebäude in Eigenregie, in Kleinmachnow bei Berlin, realisiert.
  • Je nach Filialgröße werden bis zu 8.000 Artikel angeboten. Der Jahresumsatz 2015 betrug 134 Mio. Euro.
  • Das Unternehmen beschäftigt 1.501 Mitarbeiter, davon 103 Auszubildende.
  • In den Jahren 2010 und 2015 hat das Unternehmen eine Anerkennung der Industrie- und Handelskammer (IHK) als „Bester Ausbildungsbetrieb Berlins“ erhalten.

Am 13. Oktober eröffnete Kaiser sein neuestes Baby: seinen bislang nachhaltigsten Markt. Auf den 620 qm wird hier erstmals vollständig auf den Plastik-Knotenbeutel im Obst-und Gemüsebereich verzichtet und durch wiederverwendbare Baumwoll-Stoffbeutel bzw. Papiertüten ersetzt. Auch Gläser oder spezielle Brotboxen kommen zum Einsatz. Auf einem fahrbaren Ständer – von Kaiser selbst entworfen – liegen die Tüten bereit; Boxen und Gläser gibt es als Extra-Hingucker sowie beim 3 m langen Regal mit den neuen, durchsichtigen Schütten und geschlossenen Abfüllsystemen für Getreide, Müsli, Nüsse, Linsen etc., an dem der Kunde selbst abpacken kann. Bringt der Kunde eigene Behältnisse mit, kann er sie auf der bereitstehenden Waage austarieren.

Einkaufstüten aus Plastik bietet die Bio Company überhaupt nicht an. „Ich habe noch nie eine einzige Plastiktasche verkauft“, sagt Kaiser. „Und jetzt ist dies unser erster komplett Plastiktüten-freier Markt.“ Kunden würde sogar fragen, wann auch keine in Plastik verpackten Produkte mehr verkauft würden, ergänzt Filialleiter Alexander Hasenfuß. „Biokunden sind sensible, kritische und nachfragende Kunden“, bestätigt Kaiser. Deswegen ist das Filialkonzept eng an eine Beratung angelehnt. „Meine Mitarbeiter sind Überzeugungstäter“, sagt der Geschäftsführer stolz. Alle Mitarbeiter sind geschult und können fachgerechte Antworten geben, Alternativen aufzeigen und Nutzungstipps geben.

Nahebringen

Unter dem Motto „Komm, wir fahren aufs Land“, bietet die Bio Company Bustouren. z. B. zu den Erzeugern im Umland an. Alle Events sind regelmäßig ausgebucht – und werden inzwischen von Foodbloggern wie ‚Katja kocht‘ mitbesucht.

Auch das innovative Energiesystem trägt zur Nachhaltigkeit bei. So wird die Abwärme der Kühlsysteme zum Heizen und zur Wärmeregulierung genutzt. Deswegen kann auch dieser Markt komplett auf eine Heizungsanlage verzichten. Mittlerweile kommen über die Hälfte der Filialen ohne Heizung aus, weitere werden derzeit umgerüstet. Zur Energiereduktion tragen auch die Glastüren an den Frischeregalen bei, ebenso wie die durchgängige Verwendung von LED-Beleuchtung.