Bildquelle: Blendwerk Freiburg/ Wolfgang Armbruster

Rewe Waldkirch Jeden Tag wie neueröffnet

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In einem Jahrzehnt hat Dieter Schneider acht Märkte aufgemacht. Mit Ware von lokalen Erzeugern und einer cleveren Kundenbindungsstrategie ist der größte Rewe-Händler der Region Südwest rund um Denzlingen im Breisgau zur Marke geworden.

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Hindernisse sieht Dieter Schneider als Herausforderungen an. Der Hobby-Sportler fährt mit dem Rad immer noch regelmäßig „mit jungen Kerlen“ auf bis zu 1.200 m hohe Berge. „Und ich komme nicht als Letzter an“, sagt der 64-Jährige. Auch im Hauptberuf geht ihm die Puste nicht aus – im Gegenteil. Der Kaufmann hat innerhalb von zehn Jahren acht Märkte eröffnet, beschäftigt mehr als 350 Mitarbeiter, ist zum größten selbstständigen Händler der Rewe Südwest avanciert und treibt die Expansion voran. Bis 2020 sind vier neue Märkte geplant, die genau wie die bisherigen alle im Umkreis von 15 km um die Zentrale in Denzlingen liegen. „Dann werden wir einen Umsatz knapp unter der 100-Mio.-Euro-Marke erreichen und national zu den Top vier der Rewe-Händler gehören“, prophezeit Schneider.

Fakten im Fokus
  • Verkaufsfläche: 3.100qm
  • Mitarbeiter: 70
  • Artikel: 45.000
  • Bedientheke: 43m
  • Kunden pro Woche 8.500
  • Öffnungszeiten: mo. - Sa., 7 - 22 Uhr

Sein Erfolg basiert darauf, dass es ihm gelungen ist, die Marke „Dieter Schneider“ aufzubauen, die mit den Themen Heimatverbundenheit, Familie und Lokalität in Verbindung gebracht wird. Die Menschen in der Region kennen seine Läden. Und wer dort einkauft, geht eben zu „Schneiders“, nicht zu Rewe.

Mit welchem Konzept Schneider das geschafft hat, lässt sich gut in Waldkirch besichtigen – dem mit 3.100 qm Verkaufsfläche bisher größten Markt und dem bis dato jüngsten, den er selbst geplant hat. Schon in der opulenten Obst- und Gemüseabteilung werden die Kunden neben „Aus Liebe zur Heimat“-Schildern auf lokale Produzenten hingewiesen. 110 Erzeuger aus einem Umkreis von maximal 20 km beliefern ihn. Darunter sind auch welche, die nur ein Produkt herstellen, das auch nur in einigen seiner Märkte angeboten wird.

Das macht viel Arbeit. Die Lieferanten müssen gepflegt, die Konditionen häufig neu ausgehandelt, die Preise durchgerechnet und der Berg an Rechnungen abgearbeitet werden – und das schnell. Denn Schneiders Devise ist, dass die Erzeuger spätestens zehn Tage nach Rechnungseingang ihr Geld haben. Doch der Aufwand lohnt sich: Aufgrund dieser Garantie sind mehr Produzenten bereit, ihn zu beliefern, und das zahlt auf das Image als hochwertiger Lebensmittelladen mit ausgeprägt lokalem Charakter ein.

Bereits 20 Prozent des Umsatzes erzielt der Rewe-Händler mit lokalen Waren wie Kartoffeln, Marmelade, Eiern, Wein oder Bier. Auch an den Frischetheken – mit 34 m das Kernstück des Marktes – sind ihm solche Artikel wichtig. Besonders beliebt sind die Fleisch- und Wurstwaren der lokalen Metzgereien Linder und Schlenker. Mit Schildern an den Wänden, die Fotos von den Lieferanten zeigen, „wollen wir den Produkten ein Gesicht geben“, sagt er. Trotzdem ist gerade bei diesen Artikeln viel Beratung nötig. So arbeiten in Waldkirch 18 der 70 Mitarbeiter an den Theken. Das wirkt sich auf die Personalkosten aus, die höher sind als in einer vergleichbaren Regie-Filiale. Aber Schneider ist sicher: „Das zahlt sich langfristig aus.“