„Nationale Krise“ Bund stellt eine Milliarde Euro für dürregeplagte Bauern bereit

Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) ruft wegen der Dürre-Schäden eine nationale Krise aus. Der Bund will Agrarbetriebe mit einer Milliarde Euro unterstützen. Die Getreideernte sank im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent. 

Mittwoch, 02. September 2026, 14:09 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Aufgrund der langen Trockenheit fällt die Getreideernte in Deutschland in diesem Jahr schlecht aus. Bildquelle: Unsplash/Melissa Askew

Bundesagrarminister Alois Rainer hat wegen der Dürre-Schäden in der deutschen Landwirtschaft eine Krise von nationaler Tragweite ausgerufen. Auf dieser Grundlage will der CSU-Politiker den Agrarbetrieben mit Hilfen im Umfang von einer Milliarde Euro unter die Arme greifen. Im Zentrum der Hilfen stehen zwei Liquiditätsprogramme, über die Landwirte ohne bürokratischen Aufwand Darlehen zu niedrigen Zinsen erhalten sollen.

Für finanzielle Hilfen bei Extremwetterlagen sind eigentlich die Länder zuständig. Der Bund kann sich nur bei einer Krise von nationaler Tragweite daran beteiligen. „Wenn die Substanz unserer Betriebe dauerhaft gefährdet ist, dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte Rainer. Die Landwirte müssten handlungsfähig bleiben, um die Ernährungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten.

Neben den Liquiditätsprogrammen soll es den Angaben zufolge unter anderem steuerliche Erleichterungen sowie gezielte Düngemittelhilfen geben. Außerdem kündigte Rainer an, die Direktzahlungen an die deutsche Landwirtschaft im kommenden Jahr einmalig auf 700 Millionen Euro zu erhöhen.

Rainer erhöht Direktzahlungen auf 700 Millionen Euro

Hintergrund der Maßnahmen ist die Erntebilanz, die wegen des Dürre-Sommers vielerorts enttäuschend ausgefallen ist. In einigen Regionen hätten Trockenheit und Hitze teils „verheerende Spuren“ hinterlassen, teilte Rainer mit. Die Erntemenge beim Getreide sank demnach mit rund 37,4 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent; in Bayern lag das Minus bei 8,6 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern – dem größten Rapsanbauland – gingen die Hektarerträge sogar um rund 25 Prozent zurück.

Dazu kommen nach Angaben des Ministers steigende Produktionskosten – vor allem bedingt durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten – bei gleichzeitig sinkenden Erzeugerpreisen. Die Landwirtschaft stehe deshalb vor multifaktoriellen Herausforderungen. Es gehe um die wirtschaftliche Existenz der Betriebe, so Rainer.

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