Arbeitsmarkt Lebensmittelindustrie steigert Beschäftigtenzahl minimal

Die Zahl der Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie stieg zum Jahresende 2025 um 0,3 Prozent. Besonders stark wuchs die Zahl der Auszubildenden mit einem Plus von 7,0 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl offener Stellen um 7,4 Prozent.

Mittwoch, 02. September 2026, 12:55 Uhr
Manuel Glasfort
Wichtiger Wirtschaftszweig: Rund 674.000 Menschen arbeiten in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie. Bildquelle: Getty Images

Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie beschäftigte zum 31. Dezember 2025 mehr Mitarbeiter als im Vorjahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um 0,3 Prozent auf knapp 674.000 Menschen, wie die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) in ihrem Beschäftigtenbericht unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. In den ernährungsspezifischen Berufen, in denen mehr als ein Drittel der Belegschaften tätig ist, nahm die Beschäftigung um 0,5 Prozent zu.

Besonders stark wuchs die Zahl der Auszubildenden. Am 31. Dezember 2025 waren 27.834 Auszubildende in der Branche beschäftigt. Dies entspricht einem Zuwachs von 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den ernährungstypischen Ausbildungsberufen legte die Zahl um 6,7 Prozent zu.

Der Stellenmarkt kühlte sich dagegen ab. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sank im Juni 2026 um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Vakanzzeit verringerte sich um 8,7 Prozent auf 211 Tage. Unternehmen müssen damit weiterhin fast ein ganzes Jahr einplanen, um eine offene Stelle zu besetzen. Die gesunkene Vakanzzeit führt die Arbeitgebervereinigung auf eine geringere Arbeitskräftenachfrage zurück, nicht auf eine Entspannung des Fachkräftemangels.

Arbeitgebervereinigung warnt vor gefährlicher Entwicklung

„Unsere Betriebe beweisen sich einmal mehr als Stabilitätsanker und investieren aktuell mit großem Kraftaufwand in die Ausbildung junger Fachkräfte. Aber diese Bereitschaft zur sozialen Verantwortung stößt angesichts der wirtschaftlichen Realität an ihre Grenzen“, zitierte die Arbeitgebervereinigung ihre Hauptgeschäftsführerin Kim Cheng. Die sinkende Zahl offener Stellen sei Ausdruck einer gefährlichen Entwicklung. Explodierende Standort- und Arbeitskosten sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise zwängen die Unternehmen zunehmend zur Zurückhaltung.

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in rund 6.000 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben knapp 674.000 Menschen. Die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss verbindet als Dachverband neun sozialpolitische Landesverbände sowie vier Fachverbände der Branche.

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